Das stärkt den Bezug zum Markt und öffnet die Tür für künftige Rendite.
In einer typischen Firma haben nur 15 Prozent der Mitarbeiter
Kontakt zu Kunden, ergab eine Untersuchung des Malik Management
Zentrums, St. Gallen. Die restlichen 85 Prozent der Mitarbeiter
kennen Kunden (ihre eigentlichen Arbeitgeber!) nur vom
Hörensagen. Lesen Sie in diesem Beitrag der
Trendletter-Redaktion, warum sich das bei
vielen Unternehmen als Schwachpunkt auf dem Weg in die Zukunft
erweist und wie Sie es besser machen können.
Zu geringe Gewichtung der Belange der Kunden ist auch auf der
Leitungsebene verbreitet. Das zeigt eine Analyse der
"Harvard Business Review" über die Arbeit
von Aufsichts- und Beiräten: Bei einem von drei Unternehmen
werden weniger als 10 Prozent der Zeit für die Belange von
Kunden und Marketing verwendet. Dieses Ergebnis wurde für
die USA ermittelt, hier zu Lande dürfte es nicht viel anders
sein.
Deshalb sollten Kunden-Themen für Ihr Unternehmen die
Eckpunkte der künftigen Strategie sein: Mehr Nähe
zum Kunden durch die gesamte Organisation wirkt sich positiv auf
die Rendite aus. Beim Landmaschinen-Hersteller Claas,
Harsewinkel, etwa sind Mitarbeiter angehalten, Fachgespräche
mit Kunden zu suchen.
Mehr Nähe zu den Anwendern der Produkte beginnt oben
in der Organisation. Prüfen Sie, ob
Geschäftsführung und Beirat Informationen wie diese
vorliegen:
- Jahresumsatz pro Kunde, Deckungsbeitrag pro
Kunde
- Lebenswert des typischen Kunden (erwarteter
Umsatz)
- Loyalität: Wahrscheinlichkeit, dass ein
Kunde auch in Zukunft wieder bei Ihnen kauft
- Pipeline: Welche zusätzlichen
Nutzen-Dimensionen für die Kunden erschließen die
Produkte, die demnächst auf den Markt kommen?
Darüber hinaus sind direkte Kundenkontakte empfehlenswert:
Auch Massen-Hersteller, Exporteure und Lieferanten des
Großhandels sollten regelmäßig die Gelegenheit
suchen, ihre
Endkunden zu erleben! Wichtig für
effektive Führung ist zudem, dass Sie über Antworten
auf diese Fragen verfügen:
- Wer sind die Kunden, die unseren Gewinn
erzeugen?
Bei Best Buy zeigt sich: 20 Prozent der Kunden bringen
über 80 Prozent des Gewinns. Solche Renditebringer sollten
Ihre Kernkunden werden (die Fallstudie "Wie Best Buy sich
von unprofitablen Kunden trennt" lesen Sie im Trendletter).
- Wie kommen wir zu Mehrgeschäft mit
unseren Kernkunden?
Mögliche Wege dazu: mehr Kunden dieses Typs
erschließen oder mehr an die bestehenden Kernkunden
verkaufen. Bedenken Sie: Nur Absatz an Ihre Kernkunden
erhöht ihre Rendite nachhaltig. Mehrgeschäft mit
anderen Zielgruppen dagegen verschlechtert Ihre Rendite!
- Welche Wertverbesserungen für die Kunden
braucht unser Unternehmen, ...
... damit wir den Abstand zur Konkurrenz erhöhen
können? Überlegen Sie, wie Sie bei Produkten oder
Leistungen Funktion, Zuverlässigkeit, Bequemlichkeit
(Convenience) und Preis verbessern können.
- Wie kann Preisstrategie genutzt werden, um
Gewinn und Rendite zu steigern?
Je besser Sie Ihre Kunden kennen, desto eher wird es
Ihnen auch gelingen, Hochpreiskunden zu identifizieren und
diesen besondere Angebote zu machen.
Der Trendletter-Tipp: 10.000 Euro,
in direkte, persönliche Kundenkontakte investiert, bringen
mehr als der Kauf einer Upgrade Version der neuesten CRM-Software
für dasselbe Geld.