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Kinderkrippen: Profi-Anbieter sind gefragt

veröffentlicht am 01.01.2008
Planung, Betrieb und Management von Kindertagesstätten - das sind Wachstumsmärkte der Zukunft. Bisher war das Geschäft fest in der Hand von karitativen oder öffentlichen Einrichtungen. Jetzt treten kommerzielle Anbieter auf den Plan. Beispiel: Das Kassler Unternehmen Impuls Soziales Management.
Die Gründer, Alfons Scheitz und Oliver Strube, beraten ihre Kunden beim Aufbau von Kindertagesstätten, darunter die Caritas, Kommunen, Lufthansa, Volkswagen. Daneben betreibt das Unternehmen 17 eigene Kitas; Umsatz: 4,2 Mio. Euro, 152 Mitarbeiter. Im nächsten Jahr rechnen Scheitz und Strube mit einer Verdoppelung des Umsatzes.

Hauptkunden sind Unternehmen, die eine eigene Kita anbieten wollen. Mit der eigenen Kinderbetreuung wollen sich die Arbeitgeber für hoch qualifizierte Wissensarbeiter attraktiver machen. Doch im eigenen Haus fehlt die Kompetenz. Hier springen die Kita- Berater ein: Sie konzipieren und betreiben auf Wunsch auch die Betreuungseinrichtung.

Erfolg: Kunden wie der Erdölproduzent Wintershall berichten von einem regelrechten Babyboom nach Eröffnung der Kita. Hintergrund: Das öffentliche Angebot an Krippenplätzen ist klein. Es gibt nur für 9 Prozent der Unter-Dreijährigen hier zu Lande Kita-Plätze.

Geschäftsmodell:
Angestellte buchen ein gewisses Zeitkontingent pro Woche, etwa 50 Stunden. Bei Bedarf kann aufgestockt werden. Geht der Mitarbeiter auf Dienstreise, wird der Nachwuchs auch nachts oder über das Wochenende betreut. Die Preise entsprechen denen der öffentlichen Kitas (bis zu 400 Euro/Monat).

Für Unternehmen rechnet sich die eigene Kindertagesstätte. Zwar müssen pro Platz 12.000 bis 15.000 Euro investiert werden. Dafür kehren die Mitarbeiter schneller wieder auf eine Vollzeitstelle zurück, wenn es betriebliche Betreuung gibt. Das Forschungsinstitut Prognos hat errechnet, dass es einen Arbeitgeber 17.500 Euro kostet, Ersatz für einen Mitarbeiter zu finden, der drei Jahre in Elternzeit geht.

Trendletter-Einschätzung:
Der Markt für Kinderbetreuung ist reif für professionelle Dienstleister, Marken- und Systemanbieter. Aber: Das Thema trägt reichlich ideologischen Ballast mit sich. Mit Kindern Geld zu verdienen, gilt in Deutschland noch als anrüchig. Rechnen Sie mit öffentlicher Ablehnung bis hin zu Hetzkampagnen.

Außerdem gibt es reichlich gesetzliche Hürden. Um einen Raum etwa für Kinderbetreuung nutzen zu können, müssen etliche Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften beachtet werden, die je nach Gemeinde unterschiedlich sind. Das bremst die Expansion von Systemanbietern.

Mehr zum Thema, wie kommerzielle Anbieter den "Markt" der Kinderkrippen umkrempeln, lesen Sie im "Trendletter". Jetzt 30 Tage kostenlos testen!
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„Mir gefällt am Trendletter die konsequente Ansprache innovativer Trends.“

Dr. Matthias Leder, IHK Gießen Friedberg
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