In vielen Unternehmen macht sich derzeit Panik breit: Wenn selbst große Flaggschiffe wie Arcandor oder Opel in ernsten Schwierigkeiten stecken, befürchten viele andere kleine und große Unternehmen, dass es Ihnen an den Kragen geht. Die Folge sind oft Kurzschlussreaktionen. Davor sollten Sie sich allerdings hüten, so der
Trendletter . Die Experten geben Ihnen hier Praxistipps, wie Sie trotz Krise einen kühlen Kopf behalten.
1. Entziehen Sie sich dem Bann der KostenthemenTypisches Verhalten: Beim ersten Signal der Krise werfen sie sofort alle Ressourcen auf das Kostenmanagement. Bremsen Sie diesen Reflex! Denn die derzeitige Krise ist keine Kostenkrise, sondern eine Ertrags- und Absatzkrise. Deshalb sollten Ihre Maßnahmen hier ansetzen. Empfehlung: Setzen Sie auf Aktivitäten, die Ihre Erlösseite stabilisieren und verbessern, etwa Preismaßnahmen.
2. Schnell in der Umsetzung ist nicht schnell in der Wirkung Vertrauen Sie nicht auf Ratgeber, die Ihnen zu Innovation, neuen Produkten oder zur Höherqualifizierung neuer Mitarbeiter raten. All diese Maßnahmen verlangen zunächst Investitionen, die Wirkung tritt erst stark zeitverzögert ein. Was jetzt dringend gebraucht wird, sind Maßnahmen mit sofortigem Nutzen.
Empfehlung: Deshalb sollten Sie alle Schritte, die erst frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 wirken, auf der Agenda zurückstellen.
3. Was schon schlank ist, sollten Sie nicht noch schlanker machen Sie haben bereits in den letzten Jahren auf größtmögliche Effizienz geachtet. Die Prozesse sind schlank, überflüssige Stellen längst abgebaut. Folge schon vor dem Abschwung: „Oft herrschte ein Mangel an Menschen, Material und Maschinen“, so Horst Wildemann, einer der am meisten geachteten Experten für Fabriksteuerung und Professor an der TU München. Empfehlung: Bei Kostenmaßnahmen sollten Sie sehr selektiv ansetzen und jene Bereiche aussparen, die Ihre Kernkompetenz sichern.
4. Vermeiden Sie Chaos um jeden Preis Wer sich als Geschäftsführer in der Krise unsicher verhält und Chaos produziert, den wird seine Organisation nachahmen - zum Nachteil aller.
Empfehlung: Auch schnell wirkende Maßnahmen sollten wohl durchdacht sein. Irritieren Sie Ihre Umgebung nicht durch Aktionismus. Gerade in der Krise sollten Sie Ihre Organisation mit Klarheit, Vertrauen und Mut versorgen.
5. Setzen Sie nicht nur auf eine Ideen-QuelleWer als Geschäftsführer versucht, alle Probleme allein zu lösen, verschenkt wichtige Ressourcen, die oft den entscheidenden Schritt nach vorn bringen.
Empfehlung: Versorgen Sie Ihre Organisation mit Optimismus und Stabilität. Wenn es einschneidende Maßnahmen gibt, sorgen Sie gleichzeitig für das nötige Vertrauen und reduzieren die Irritationen auf das unvermeidliche Mindestmaß.