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Mittelständler als Arbeitgeber begehrt, aber am Arbeitsmarkt kaum bekannt

veröffentlicht am 09.02.2012
„Bei welchem Unternehmen würden Sie gerne arbeiten?“ Diese Frage stellen Wirtschaftsmedien jedes Jahr dem aktuellen BWL-Abschlussjahrgang. Heraus kommt ein Ranking, das sich seit Jahren kaum verändert hat.
Die Top-Positionen besetzen die Leuchttürme am Arbeitsmarkt: BMW, Siemens, Google. Weil auf den Listen nur bekannte Konzerne stehen, kreuzen die Absolventen sie auch an.

Dabei zieht es die meisten Talente gar nicht mehr zu den großen Namen: Mittelständische Firmen und Familienunternehmen sind bei Absolventen mittlerweile erste Wahl. 62 Prozent der Studenten sehen dort ihre berufliche Zukunft, nur 38 Prozent dagegen würden bevorzugt in einen Großkonzern einsteigen. Am wichtigsten sind den Uni-Abgängern „Entwicklungsperspektiven“, „kollegiales Arbeitsklima“ sowie „eigenverantwortliches Arbeiten“, alles Wünsche, die jeder Mittelständler gut bedienen kann: Die Einsteiger schätzen kurze Kommunikationswege, schnelle Entscheidungen sowie das persönliche Arbeitsklima, das nicht von Hierarchien und Dienstwegen geprägt ist. Das ermittelte eine Befragung von Haniel.

Unternehmer-Agenda: Nutzen Sie diesen Aufwind des Themas Inhaber-Unternehmen. Stärken Sie Ihre Stellung am umkämpften Arbeitsmarkt, nicht nur gegenüber den Hochschulabsolventen. Vier Themen, die Sie sofort angehen sollten:
  1. Bringen Sie Ihre Karriere-Homepage auf Vordermann.
  2. Bekennen Sie sich deutlich sichtbar zum Inhaber- oder Familienunternehmen, das bringt Pluspunkte gegenüber Bewerbern.
  3. Erklären Sie Ihr Unternehmen und die besondere Qualität seiner Arbeitsplätze in einer Sprache, die nicht nur Insider verstehen. Viele Erstkontakte zu Bewerbern laufen heute über die Homepage.
  4. Informieren Sie über Vakanzen und Entwicklungsmöglichkeiten, beziehen Sie auch Social Media ein. Nachwuchskräfte nutzen Facebook für die Jobsuche.
Trendletter-Empfehlung: Gegenüber dem Arbeitsmarkt sollten Sie aus Ihrer Hidden-Champion-Ecke herausgehen. Zeigen Sie, was Sie zu bieten haben. Hier haben selbst gut geführte Unternehmen noch Nachholbedarf.

Die Studie von Franz Haniel & Cie. (Hrsg.), „Arbeitgeberattraktivität von Familienunternehmen“, enthält zahlreiche Hinweise, wo Bewerber die Stärken inhabergeführter Unternehmen sehen – und wie das Bewerber-Marketing verbessert werden kann (37 Seiten, kostenlos, Download als PDF).
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Friedrich Bräuninger, Editor Network Medien GmbH, München
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