Zur Weihnachtszeit sind Deutschlands Hobbykünstler wieder in Aktion. Sie basteln Fotokalender, stricken Pullis oder bemalen Seidenschals. In den USA hat Selbstgemachtes ebenfalls Konjunktur, berichtet der 'Trendletter'.
Doch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten professionalisiert sich der Do-it-Yourself-Trend zunehmend und die Szene wächst derzeit stark
Sprachrohr der Szene ist beispielsweise die Zeitschrift 'Make' Themen: Roboterstaubsauger zur Alarmanlage aufmotzen; eine Skirampe in der Garage bauen; Sodaflaschen zu Raketen umfunktionieren. Parallel dazu gibt es im Internet
kostenlose Videos, die jeden Arbeitsschritt genau zeigen.
Die Szene wächst derzeit stark: Zu einem von „Make“ organisierten Treffen von Bastlern in der Nähe von San Francisco kamen unlängst 45.000 Besucher.
Die neuen Selbermacher unterscheiden sich stark von ähnlichen Bewegungen früherer Tage:
Do it yourself und Design schließen sich nicht mehr aus. Strickliesel-Charme ist passé; wenn es bei 'Make' Häkelanleitungen gibt, dann höchstens für Socken mit Computerspielfiguren darauf. Die Szene ist stark von Internetprofis und Designern durchsetzt - Konsumenten, die eine ansprechende oder ironische Gestaltung erwarten.
Es gibt einen globalen Markt für Selbstgemachtes.Bastler und Kunsthandwerker können ihre Waren heute auf Plattformen wie www.etsy.com (USA) oder www.dawanda.com (D) weltweit verkaufen. Es gibt in der Gemeinde zwar eine leichte antikapitalistische Strömung, die Mehrheit der Bastler aber hat keine Berührungsängste mit dem Kommerz. An die Stelle des alten Motivs Geld sparen ist bei vielen Amateuren Geld verdienen getreten.
Dank neuer Technologie produzieren Amateure wie die Profis.Selbst komplizierte technische Geräte kann heute jedermann mithilfe preiswerter Programme am Heim-PC entwerfen. Den fertigen Entwurf lässt man von einem 3D-Drucker produzieren.
Ergebnis: Selbstgemachtes, das den Vergleich mit kommerziellen Produkten nicht scheuen muss.