Beim Camping- und Freizeitmarkt REI in Seattle bekommen Paare am Eingang einen tragbaren Barcode-Scanner. Mit dem Gerät laufen sie durch das Geschäft. Gefällt ihnen etwas, halten sie den Scanner auf den Strichcode am Produkt und drücken einen Knopf; der Artikel ist dann automatisch gespeichert. Am Ende der Shopping-Tour werden die Daten vom Scanner ausgelesen und ins Internet übertragen. Im Online-Shop von REI können Hochzeitsgäste die Geschenke kaufen.
Das Beispiel REI zeigt, wohin sich der Handel in Zukunft
entwickelt:
Elektronisches und reales Einkaufen wachsen
zusammen. Reale Ladengeschäfte reichern ihr Angebot mit
digitalen Dienstleistungen an und umgekehrt. Entscheidend ist,
dem Kunden
möglichst viele Einkaufskanäle zu
öffnen. REI setzt auf eine
Multichannel-Strategie:
Reale und virtuelle Welt sind hier schon synchronisiert: Sobald
das Hochzeitspaar per Scanner einen neuen Artikel angeklickt hat,
erscheint dies im Internet. Kaufen die Gäste etwas, sei es
per Telefon, Internet oderim Laden, wird die Liste ebenfalls
sofort angepasst, und alle 77 Filialen landesweit sind auf dem
neuesten Stand.
Auf der anderen Seite hat REI den Online-Einkauf mit der realen
Welt verknüpft. Maßnahme:
Im Online-Shop gekaufte
Waren können auch im Laden vor Ort abgeholt werden.
Vorteil für den Kunden: Das oftmals hohe Porto entfällt
- etwa für sperrige Artikel wie Zelte oder Kanus. Für
den Camping-Spezialisten rechnet sich dieser Service, da Kunden,
die im Geschäft ihre Ware abholen, im Schnitt noch einmal 30
Dollar zusätzlich ausgeben.
Auch einige US-Lebensmitteleinzelhändler experimentieren
schon mit einer Multichannel-Strategie. Das Ziel:
Der
Supermarkt soll eine zusätzliche digitale
Benutzeroberfläche erhalten. Beispiel: Stop & Shop,
eine Kette von 350 Supermärkten, rüstet Einkaufswagen
mit einem Minicomputer aus. Das Gerät erfasst automatisch
die Kundenkarte und zeigt auf einem Bildschirm die
Lieblingsprodukte des Kunden samt Position im Laden an.
Zusätzlich gibt es einen Link auf die Webseite des
Online-Händlers Peapod. Ist ein Artikel also im realen Laden
nicht vorrätig, kann der Kunde an Ort und Stelle online
ordern. Das
Sortiment des realen Supermarktes kann so virtuell
beliebig erweitert werden.
Weiterer Vorteil: Dank Technologieeinsatz kann das individuelle
Einkaufsverhalten auf allen Kanälen erfasst werden. Das
ermöglicht personalisierte Werbung, etwa Postwurfsendungen,
die sich am Geschmack des Kunden orientieren.
Kontakt REI, Tel: 001-253/891 2500, www.rei.com, Stop & Shop,
Tel: 001-781/380 8000, www.stopandshop.com; ausführlicher
Artikel "Kaufhaus mit Anschluss" in "Technology
Review"