Diesem Motto folgen Unternehmen, um ihre Werbung glaubwürdiger zu machen - und um Werbe-Aussagen zu generieren, die nahe an der Zielgruppe sind.
Deshalb wird Co-Kreation, so das Fachwort, an Bedeutung gewinnen.
Dove-Cremeseife etwa verzichtet in seiner Werbung auf Models aus
dem Katalog. Stattdessen werden echte Kundinnen abgebildet. Ziel
ist hier nicht so sehr, Produktionskosten zu sparen - sondern das
Produkt authentischer zu präsentieren.
Interessant ist auch ein anderer Ansatz: Viele Unternehmen sind
auf der Suche nach authentischen Aussagen, die das Marketing
unterstützen, und versuchen, Anwender Informationen zu
gewinnen.
Als Quelle für beides bietet sich an, ohnehin anfallende
Kontakte zu nutzen: Anrufer von Telefon-Hotlines werden gezielt
angegangen - sie beantworten Fragen nach Wertschätzung,
Verwendung und auch Mängeln.
So lassen sich Aussagen gewinnen, die höherwertiger sind als
Statements aus Fokusgruppen oder fragebogengestützten
Umfragen. Die Devise bei Co-Kreation lautet: Umwege vermeiden.
Marketing wird hier zur gemeinsamen Sache von Unternehmen und
Zielgruppe - auf einer möglichst ungefilterten Basis.
Das zeigt auch die Praxis von Kentucky Fried Chicken. Die
Schnellimbiss-Kette lud ihre Kunden ein, selbst produzierte
Werbespots einzusenden. Die Belohnung: Die besten der
Kunden-Werbefilme wurden in den USA im Fernsehen zur Primetime
ausgestrahlt.
Andere Hersteller fordern ihre Kunden auf, Fotos des jeweiligen
Produktes zu schicken. Bei Mercedes in Amerika beteiligten sich
über 1.000 Autofans an dieser Aktion, die Bilder gingen in
eine laufende Anzeigen-Kampagne ein.
Einschätzung: Diese Art von Authentizität wird an
Gewicht gewinnen. Co-Kreation im Marketing ist der richtige Weg,
um zusätzliche Differenzierungsmerkmale zu schaffen.