Gedanken können nicht lügen - dachte sich der dänische Marketingguru Martin Lindstrom und startete einen ungewöhnlichen Versuch: Er ließ 2.000 Freiwillige in einem Computertomografen untersuchen - mit dem Ziel, herauszufinden, was den „Kaufen-Knopf“ im Hirn aktiviert.
Die Probanden schauten sich Plakate und Werbespots an, Wissenschaftler erfassten währenddessen die Reaktion ihrer Hirne. Hier einige der interessanten Ergebnisse des Versuchs:
- Sex sells - aber nicht immer. Ergebnis von Lindstroms Versuchen: Nacktheit allein sorgt nur kurzfristig für Aufmerksamkeit im Hirn; die Werbebotschaft wird schnell wieder vergessen. Was von provokanten Kampagnen beim Konsumenten hängenbleibt, ist meist der Skandal um die Werbung, nicht die Werbemotive selbst.
- Es muss nicht immer die rosa Brille sein. Werbung darf nicht negativ sein, lautet ein ungeschriebenes Marketinggesetz. Lindstrom sagt: Werbung, die mit Ängsten der Konsumenten spielt, kann durchaus wirksam sein - vor allem in der Krise.
- Logos werden überschätzt. Lindstrom zeigt: Ist die Marke einmal etabliert, reicht es, wenn typische Farben und Formen in der Werbung erscheinen. Logos einzublenden ist dann überflüssig. Beispiel: Die Herzfrequenz einer Frau steigt um 20 Prozent - nur, wenn sie eine Pappschachtel erhält, die die türkise Farbe des Juweliers Tiffany hat.
- Werbung muss klingen und duften. Denn: Reklame ist am wirksamsten, wenn sie alle Sinne anspricht - Nase, Ohren, Fingerspitzen. Lindstroms Versuche zeigten: Probanden merken sich ein Logo deutlich besser, wenn sie eine Melodie dazu hören.