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Wie mobiles Einkaufen den Handel umkrempelt

veröffentlicht am 29.06.2011
Einkaufen per Handy gehört in wenigen Jahren zum Alltag. 2013 wird die Hälfte aller Menschen, die einen Laden betreten, ein Smartphone in der Tasche haben. Für sie ist es selbstverständlich, während des Einkaufs per Handy zu checken, ob es das Produkt im Netz billiger gibt - und dort im Zweifel auch direkt einzukaufen.
Gewinner dieser Entwicklung sind Versender. Bei Amazon etwa geht schon heute eine Milliarde USDollar Umsatz auf mobile Bestellungen zurück.

Trendletter-Prognose: Der so genannte M-Commerce wird in den nächsten zwei Jahren abheben. Pioniersparten sind Unterhaltungselektronik, Bekleidung, Medien, Haushaltsartikel und Lebensmittel. Für den stationären Handel entsteht daraus eine große Herausforderung: Das mobile Preisevergleichen macht die Wände eines Ladens gleichsam durchlässig. Welche Sonderangebote echte Schnäppchen sind, können die Kunden sofort erkennen, Geschäfte konkurrieren noch direkter mit Versendern.

So sollten Einzelhändler auf die mobile Herausforderung reagieren:

Maßnahme 1: Bieten Sie zusätzliche Produktinformationen per Handy an Beispiel: Wal-Mart verschenkt eine App, die Zusatzinformationen zu Produkten liefert. Dazu muss der Kunde im Laden nur den Strichcode eines Produkts vor die Handykamera halten. Im Display erscheinen dann Produktkritiken und Bewertungen anderer Käufer. Durch solche Informationen steigt die Zahl der Kunden, die im Laden auch zugreifen, um 240 Prozent (Quelle: Booz & Company).

Maßnahme 2: Verteilen Sie ortsbezogene Gutscheine, die Kunden in den Laden ziehen Beispiel: Shopkick ist eine Art von Bonusmeilen-Programm für das Handy. Nutzer bekommen Punkte („Kickbucks“) gutgeschrieben, sobald sie zum Beispiel das Kaufhaus Macy‘s betreten. Diese können an der Kasse des jeweiligen Ladens direkt in Rabatte umgewandelt werden.

Maßnahme 3: Gestalten Sie das Angebot im Laden so, dass es sich schwerer mit dem der Versender vergleichen lässt.
Beispielmaßnahmen: Bieten Sie Produktkombinationen an. Schnüren Sie Pakete aus Produkt und Dienstleistung (Beispiel: Bringdienst, Reparaturservice). Versuchen Sie, Produkte exklusiv anzubieten. Inszenieren Sie das Einkaufserlebnis stärker. Weichen Sie auf Produkte aus, bei denen der Preiswettbewerb weniger intensiv ist.

Maßnahme 4: Steigen Sie in das Versandgeschäft ein - aber nicht in Eigenregie.
Kunden erwarten in Zukunft, auf allen Absatzkanälen bedient zu werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder noch so kleine Laden einen eigenen Online-Shop betreiben muss! Nehmen Sie an Partnerprogrammen teil oder machen Sie existierende Plattformen wie eBay oder Etsy zu Ihrem Bestellportal.

Denn: Diese Großanbieter entwickeln schon jetzt spezielle Webseiten, über die Kunden per Handy bestellen können. So nehmen Sie am Boom beim M-Commerce teil, ohne sich mit der Technik auseinandersetzen zu müssen.
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Dr. Matthias Leder, IHK Gießen Friedberg
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