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Wie vernetztes Arbeiten die alte Büro-Welt ablöst

veröffentlicht am 19.10.2006
Die Art, wie Sie und Ihre Mitarbeiter arbeiten, wird sich dramatisch verändern. Der Trendletter ist überzeugt: Die Zahl der Networked Persons wird weiter stark zunehmen - das sind Manager, Unternehmer, Sachbearbeiter, die man am ehesten in einem Büro ohne territoriale Arbeitsplätze, in ICE-Zügen, auf Autobahnraststätten und in Warteräumen der Flughäfen arbeitend antrifft.

Merkmale ihres Arbeitsstils:
  • mehr unterwegs als am eigenen Schreibtisch,
  • die wichtigsten Arbeitsmittel sind der Laptop-Computer, das Blackberry zum Empfangen von elektronischer Post überall sowie das Mobiltelefon,
  • man trifft sich nicht mehr auf dem Büroflur, sondern irgendwo, oft nur virtuell,
  • zunehmend: Schreibtisch nach Bedarf, wo man sich gerade aufhält.

50 % der Angestellten arbeiten bereits so, sagt ein Dossier des „Economist“.

Beispiele für den neuen Arbeitsstil:
  • Das Computerunternehmen IBM führt 72 Stunden dauernde Zusammenkünfte von Mitarbeitern ein. Bei den so genannten „Jams“ kann jeder kommen und gehen, wann er will. Beteiligt sind Mitarbeiter in 75 Ländern. Das Treffen findet allein virtuell statt, als Chat in einem Online-Forum. Themen: Diskussion über die Werte von IBM, überdies Austausch über Lösungen zu Aufgaben, die alle angehen.
     
  • Bei Linux herrscht eine ähnliche Praxis. Hier gab es ein Problem mit der Software, sie sollte schnell gegen neue Viren immunisiert werden. Vorgehen: 20 Experten lösten diese Aufgabe. Besonderheit: Die meisten hatten sich noch nie zuvor getroffen. Jeder kam aus einem anderen Land, aus einer anderen Zeitzone. Die Zusammenarbeit erfolgte nur online, man schob die Aufgaben über das Netz hin und her. In nur 29 Stunden war das Problem beseitigt.

Es zeigt sich: Die althergebrachte Büro-Organisation wird durch neue Formate überholt. Denn die Aufgaben bei IBM und Linux mit konventionellen Mitteln zu lösen hätte bedeutet: Sitzungen, Präsentationen, Memos, einsame Büroarbeit über Wochen.

Trendletter-Empfehlung: Unternehmen, die ihre Organisation an die neuen Formate anpassen wollen, sollten diese Punkte für ihre künftige Arbeit beachten:
  • Ändern Sie Ihre Organisation. In vielen Unternehmen gibt es noch funktionale Silos, die mit einer Matrix-Organisation kombiniert werden. Ergebnis: Komplexität. Lockern Sie diese Strukturen auf, etwa durch überschaubare, kleine Einheiten, die sehr selbstständig, aber vernetzt arbeiten können.
     
  • Lassen Sie die Mitarbeiter rotieren. Berufliche Wechsel sollten etwa zwischen Marketing und Controlling, zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen und Ländern möglich sein. Das schafft mehr Beziehungen, erhöht die Vernetzung und macht so die Wertschöpfung durch Wissen produktiver.
     
  • Entlohnung nach Gesamterfolg. Bezahlung, die vom Erfolg abhängt, ist gut. Messlatte sollte aber nicht der Erfolg des Einzelnen oder der Abteilung sein, sondern der des gesamten Unternehmens. Das ist ein Anreiz für Zusammenarbeit.
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Friedrich Bräuninger, Editor Network Medien GmbH, München
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