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Markt Trends

Markt Trend: Jetzt kommt die Renaissance der Sparsamkeit

Durch die Rezession steht eine Renaissance des Sparsamkeit bevor bzw. hat schon angefangen, vor allem auf den Konsumentenmärkten. Die Hälfte aller Deutschen will ihre Konsumausgaben in diesem Jahr zurückfahren, ergab eine Studie der Unternehmensberatung BCG. Selbst die konsumfreudigen Amerikaner halten das Geld zusammen: Aktuell sparen die US-Bürger jeden Monat 260 Mrd. Dollar – vor einem Jahr waren es nur 70 Mrd.! Doch es wird auch Gewinner der Konsumkrise geben. Dazu gehören den Markt Trends zufolge zum Beispiel diese Branchen:

Markt Trend 1: Discounter und 1-Euro-Shops

10 Prozent höhere Einnahmen, meldete Dollar General auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Damit gehört die amerikanische Discountkette zu den am schnellsten wachsenden Einzelhandelsunternehmen weltweit (Wal-Mart kam nur auf plus 3 Prozent, US-Biomärkte vermeldeten minus 20 Prozent). Das Sortiment in den 8.000 Filialen: Schönheitsprodukte, Haushaltsartikel, Spielwaren, Lebensmittel in Dosen – vieles davon Hausmarken; ein Viertel aller Produkte kostet weniger als einen Dollar. Auch in Deutschland ist das Format auf dem Vormarsch: 40 neue Filialen will die Kette EuroShops eröffnen. In den Läden werden Dinge des täglichen Gebrauchs zu Tiefpreisen angeboten – von Glühbirnen bis zu Toilettenbürsten. 118 EuroShops gibt es mittlerweile. Gründer der Kette ist der Würzburger Unternehmer Rainer Schum. Das Konzept wird seit den 1990er Jahren bereits erfolgreich von der ostdeutschen Kette McGeiz (224 Filialen) verfolgt.

Trendletter-Einschätzung: Der Siegeszug der 1-Euro-Läden geht weiter. Auch Lebensmitteldiscounter machen in den kommenden Monaten gute Geschäfte. Allerdings: Das große Wachstum findet in diesem Segment im Ausland statt (UK, USA). Der deutsche Discountmarkt ist gesättigt.

Markt Trend 2: Fast-Food-Restaurants

2009 war ein Rekordjahr für Ketten wie McDonald‘s, Burger King oder Kentucky Fried Chicken. Schon im November stiegen bei McDonald‘s die Umsätze in bestehenden Filialen um 7,7 Prozent – in Asien sogar um 13 Prozent. Die Lage in Hongkong: Während in hochpreisigen Restaurants mittlerweile kaum noch Reservierungen nötig sind, stehen die Kunden bei lokalen Schnellimbiss-Ketten wie Fairwood Schlange – nicht wenige davon in Geschäftskleidung.

Trendletter-Einschätzung: Fast-Food gewinnt kurzfristig neue Kunden, die ausschließlich auf den Preis achten. Der langfristige Trend weg vom Junkfood dagegen ist ungebrochen: Künftig setzen sich auch im Imbiss-Geschäft nur Anbieter durch, die gesunde Produkte (wenn möglich aus heimischer Erzeugung) in ansprechendem Ambiente servieren; sobald sich die Konjunktur erholt, wird nicht mehr schnelles Sattwerden, sondern dieses Fast Good gefragt sein.

Markt Trend 3: No-Frills-Autowerkstätten

Die Zeiten, in denen der Automechaniker bei größeren Reparaturen auch gratis Wischwasser nachfüllte, könnten bald vorbei sein. In den kommenden Jahren werden Discount-Autowerkstätten den Markt erobern, das prognostiziertdie Unternehmensberatung Arthur D. Little in einer Studie. Sie bieten exakt definierte Serviceleistungen zu Festpreisen an. Der Kunde bucht einen festen Termin per Internet und zahlt im Voraus. Wer nicht pünktlich erscheint, wird auch nicht bedient. Die Werkstätten folgen dem Vorbild der Discountflieger und fahren ein strenges Kostenmanagement: Die Filialen liegen am Stadtrand, ohne großzügige Warteräume und Empfangspersonal.

Trendletter-Einschätzung: Discount-Werkstätten werden kommen – aber eine Marktnische bleiben. Denn: Die Komplexität des Produkts Automobil steigt. Den einfachen Ölwechsel kann der Discounter übernehmen; für Arbeiten im Motor wird der Kunde aber nach wie vor eine Vertragswerkstatt aufsuchen, da nur hier die nötigen elektronischen Diagnosegeräte stehen.

Markt Trend 4: Wiederaufarbeiter

Gebrauchte Herzkatheter, Schläuche, Ultraschallscheren – was in vielen Krankhäusern normalerweise im Müll landet, macht Robert Schrödel zu Geld. Der Unternehmer arbeitet medizinische Instrumente wieder auf. 680 Kliniken beliefert seine Firma Vanguard bereits; für die Häuser kann ein wiederaufgearbeitetes Instrument 50 Prozent billiger sein als ein neues Einmalprodukt (www.vanguard.de).

Trendletter-Einschätzung: Das Beispiel zeigt: Selbst in sensiblen Branchen gibt es große Chancen für so genannte Remanufactured Parts.

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Friedrich Bräuninger, Editor Network Medien GmbH, München
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