von Axel Gloger
Das Auto hat es gut. Wir bringen es jedes Jahr einmal in die Werkstatt. Mechaniker sehen nach, ob alles in Ordnung ist. Jedes zweite Jahr kommt zudem der TÜV und prüft, ob es noch verkehrssicher ist. Würden Sie mit einem Auto fahren wollen, das zuletzt 1991 beim TÜV war?
Sicher nicht. Mit Management-Jobs ist das vollkommen anders. Wir besetzen Führungspositionen vornehmlich mit Leuten, die schon 273.000 Kilometer auf dem Tacho haben – bei denen aber der Tank des Wissens zuletzt vor zehn Jahren gefüllt wurde. Seitdem läuft der Motor, und wir hoffen, dass er es noch eine Weile tun wird.
Eigentlich ist das keine gute Idee. Die Führungsetagen unserer Unternehmen stehen im Wettbewerb. Sie müssen auf dem Weltmarkt zum Beispiel mit Firmen aus China konkurrieren. Diese können auf ein fast unerschöpfliches Reservoir von Management-Personal zurückgreifen, und dieses ist jung, hungrig und gut ausgebildet.
Deshalb brauchen wir quartäre Bildung, den regelmäßigen Stopp an der Wissens-Tankstelle einer großen Marke. Unsere Langstrecken-Berufsbiografien verlangen nach langstreckentauglichem, aktuellem Wissen – denn wer mit 68 Jahren noch im Arbeitsleben steht wie der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, dessen letzte Weiterbildung sollte nicht länger als fünf Jahre zurück liegen.
„Warum das? Unsere Mitarbeiter lernen doch ständig in der Praxis!“, so mag ein berechtigter Einwand lauten. Bildungsmanager sollten dieses Argument jedoch vom Tisch wischen – und Kritiker der Idee lebenslanger Bildung gleich zum Quartera-Kongress weiterwinken. Denn dieses Projekt ist wegweisend für den Standort Deutschland, es zeigt pionierhaft, was alles geht in einer Wissensgesellschaft: Universitäten etablieren sich zu Markenlieferanten für Bildung. Unternehmen und Hochschulen bauen gemeinsam die Wissens-Tankstelle für lebenslang Lernende. Neue Technologien bringen der berufsbegleitenden Weiterbildung das, was ihr so lange fehlte: die Coolness.
Wer das nächste Training interaktiv an seinem iPad absolvieren kann merkt, dass er etwas Richtiges tut. Der Quartera-Kongress ist unsere große Chance. Wir zeigen damit den Weg in eine Zukunft, die für Deutschland eigentlich selbstverständlich sein sollte: Die Heimat von über 1.000 Weltmarktführern nimmt das Thema Wissenspflege und -mehrung endlich ernst. Es zeigt allen Personalmanagern, allen Hochschulgestaltern und der Welt, dass wir mit deutscher Gründlichkeit nicht nur Autos perfekt machen können, sondern auch lebenslanges Lernen.
Die erste Durchführung des Quartera-Kongresses war ein Wagnis. Warum? Seine Formate sind deutlich jenseits der Durchschnittskost angesiedelt, die Veranstalter sonst zu bieten haben. Statt 15 Stunden mit Show-and-Tell-Sessions, also Vorträgen, ist der Kongress als Expedition in die Welt des Lernens angelegt: Implusvorträge wechseln sich mit Speed-Dating, Round-Table-Sessions und Workshops ab. Hier können Sie entdecken, wie spannend Lernen in Zukunft sein muss. Solche Angebote sind die einzige Alternative, die wir in der kompetitiven Wissensökonomie haben – die Schulbank soll so attraktiv sein, dass jeder ständig wieder dort sitzen will!
Dass es diesen Kongress gibt, ist ein Statement, das weit über die 2,5 Tage in Berlin hinaus reichen wird: Quartera ist ein Signal dafür, dass wir auf die richtige Ressource setzen. Kohle, Stahl, Öl – all das ist zwar wichtig. Aber diese Rohstoffe haben alle. Hardware ist fast immer Commodity, aber mit der besseren Software wird der Wettbewerb von morgen gewonnen: Aktuelle, für alle verfügbare, qualitätsgesicherte Bildung ist der Stoff, aus dem Erfolge gemacht werden.
Der diesjährige Quartera-Kongress findet am 22. und 23. November in Berlin statt. Informationen gibt es hier (klick!)