Von Axel Gloger
Merken Sie das auch bei Kontakten mit anderen Unternehmen? Überall spüren wir Krisen-Adrenalin. Jeder arbeitet im Angstmodus. Es könnte ja etwas passieren, Absturz in Folge einer falschen Entscheidung etwa. Also sichert man sich ab. Hier noch ein Halteseil, da noch einen Sicherungsgurt einziehen, dort noch einen zusätzlichen Haken einhängen. Bloß nicht fehltreten!
Wir sehen immer dasselbe Muster. Aus meiner Praxis: Ich brauche eine Entscheidung aus einem Unternehmen. Früher, in der Vor-Krisen-Zeit, war das eine Sache von Minuten. Ein Anruf, eine Mail, fertig. Heute scheint das nicht mehr zu gehen. Einen Tag nach meiner Kontaktaufnahme kommt die Nachricht: “Wir arbeiten daran, muss noch abgestimmt werden.³ Zwischenbescheid. Einen Tag später ist die Sache immer noch in der Mache. Dieser und jener müsse noch zustimmen, sagt man mir. Die Frist könne nicht eingehalten werden. So geht das weiter. Sicherung, Sicherung, Sicherung!
Jetzt meine Frage: Wer hat noch Zeit für das echte Geschäft, wenn sich alle nur noch um Absturzsicherung kümmern? Die Krise hat offenbar den Selbstbeschäftigungsmechanismus ausgelöst. Fokus sind sind nicht mehr Markt, Kunde und Neugeschäft sondern nur noch das Überleben für die nächsten Minuten.
Was sollten wir tun? Gerade jetzt brauchen Unternehmen einen klaren Blick auf die Realitäten und die Chancen! Sie müssen handlungsfähig sein. Wenn sich eine Opportunität auftut, gilt es, zuzugreifen. Aber wer macht das, wenn alle im Angst-Modus stecken?
Ich behaupte: Eine der wichtigsten Zutaten für den Erfolg in der Krise heißt Ermutigung. In den Unternehmen muss ein Klima von Vertrauen, Gelingen und Freude am Erfolg geschaffen werden. Nicht der Absicherer gewinnt das Rennen, sondern der Macher.
Wie umsetzen? Ich würde jedem unternehmerisch Tätigen eine Dosis Reinhard K. Sprenger empfehlen. “Vertrauen führt³, so lautete seine Botschaft. So banal, so wahr! Lesen Sie das Buch gleichen Titels, schon nach wenigen Seiten werden Sie merken, wie wichtig Sprengers Botschaft ist. Für den Anfang reichen die sehr starken ersten sechs Seiten des Buches, die Sie hier bei Amazon gratis lesen können.

