Goldene Finanzierungsregeln für Inhaber-Unternehmer

von Axel Gloger

Rendite, Rendite, Rendite, diese Regel gilt so nicht für die Finanzierung von Familienunternehmen und Inhaber-Unternehmen. Hier gibt es noch andere Ziele. Der Unternehmer will seinen Betrieb an die nächste Generation vererben. Dynastisches Interesse ist stark! Das Unternehmen soll unabhängig bleiben. Niemand soll der Unternehmesspitze reinreden können. Das Unternehmen soll krisenfest sein, auch wenn die Geschäfte mal nicht mehr ganz so gut laufen, überleben können. All das beachtet die Finanzierung, wenn sie gut gemacht ist.

Einige Regeln zur Finanzierung, die sich bewährt haben:

Fristen-Kongruenz. Finanziere den Kauf der neuen Maschine nie aus dem Kontokorrent. Der Banker kann jeden Tag kommen und den Kontokorrent kündigen. Die Maschine steht dann aber immer noch da und kostet. Deshalb: nur Kurzfristiges wird kurzfristig finanziert. Langfrsitiges aber bitte langfristig. Ihr Wirtschaftsprüfer kann die korrekte Zusammensetzung der Bilanz überprüfen und Sie auf Unstimmigkeiten hinweisen.

Wenn du die Bilanz verkürzen kannst, kürze sie. Denn: Alles, was auf der linken Seite der Bilanz steht, muss rechts finanziert werden. Das kostet. In kapitalschwachen Branchen ist das ein Thema. Finanzierungsquellen müssen aufgetan, Finanzierung bezahlt werden. Das geht auch einfacher. Forderungen etwa kann man an ein Factoring-Unternehmen verkaufen. Das sieht zwar auf den ersten Blick teuer aus. Aber dafür kommt das Bargeld sofort, die Forderung muss nicht in die Bilanz aufgenommen und – richtig! – damit auch nicht finanziert werden. Das macht unabhängig.

Wenn du ohne die Bank auskommen kannst, bleibe dabei. Die Bank ist nur so lange Freund des Unternehmers, wie er Geld hat – oder sehr hohe Schulden. Für einen Inhaber-Unternehmer aber ist Stabilität ein ganz wichtiger Baustein des Erfolges. Niemand soll reinreden können, schon gar nicht überraschend. Überdies wollen die meisten Inhaber-Unternehmer ihren Job länger machen als der typische Vorstand, der nach einer kleinen einstelligen Zahl von Jahren schon nicht mehr im Amt ist. Die typischen Amtsdauern von Geschäftsführern in Inhaber- und Familienunternehmen währen Jahrzehnte. Darauf muss auch die Finanzierung Rücksicht nehmen. Setze deshalb auf Sicherheit und reichlich Eigenkapital, und zwar selbst dann, wenn der Berater oder die Bank zu dir kommt und sagt: “Du hast zu viel Eigenkapital in der Bilanz.” Überlebensregel: Wenn die Bank oder der Berater von “Leverage Effekt nutzen” sprechen, täusche einen Hörsturz vor. Hände weg von diesen Instrumenten!

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