von Axel Gloger
Sie kennen das. Wir arbeiten als Unternehmer in einer Welt der vergleichbaren Produkte. Alle müssen sich einem Maximum an Transparenz stellen. Wir profitieren von der Info-Ökonomie, müssen aber auch mit ihren Begrenzungen leben: Dazu gehört die Konkurrenz der Vergleichbarkeit, ein nie gekanntes Maß an Nähe auch zu scheinbar entfernten Konkurrenten.
Die Folge: Der Wettbewerb wird auf dem Marktplatz der Differenzierung ausgetragen. Anders sein als die anderen, so lautet die stete Anforderung an jeden, der heute Unternehmensstrategie betreibt.
Für unsere Leistungen heißt das: Wenn die Produkte schon annähernd austauschbar sind (vergleichbare Eigenschaften, ähnliche Preislage usw.), dann muss der Prozess die Differenzierung bringen. Hier können wir jene Kunden gewinnen und binden, die wir über das Produkt allein nicht mehr erreichen.
Beispiel: Versender A nimmt die Bestellung entgegen. Per Interent. Die Auftragsbestätigung kommt binen Sekunden. Ich kann sofort in mein Postfach gehen und den Bestellstatus sehen. Die Ware, so wird mit angekündigt, wird noch am selben Arbeitstag verschickt.
Versender B dasselbe Vorgehen. Bestellung. Dann passiert erst mal nichts. Drei Tage später erhält der Kunde die Bestätigungsmail: “Order ist eingegangen. Auftrag wird jetzt bearbeitet.” Die Ware werde demnächst zum Versand gebracht.
Wer gewinnt beim nächsten Auftrag? Natürlich A! Warum ist das so? Ganz einfach: Wir leben im Convenience-Zeitalter. Der Kunde von morgen will es vor allem schnell, bequem und unmittelbar. Wartezeiten sind ebenso verpönt wie Zeiten des Nicht-informiert-Seins.
Folge: Selbst wenn Sie das bessere Produkt haben, werden Sie verlieren, wenn Sie sich nicht den Bedingungen der Convenience-Ökonomie stellen. Wenn Sie das perfekte Produkt haben, sollten Sie überlegen, wie der nächste Schritt aussieht: Nicht die nochmalige Verbesserung des Produktes bringt den Vorsprung, sondern die Investition in den makellosen Prozess! Sehen Sie Ihre Welt mit den Augen des Kunden, der in Zukunft schnell und vor allem jederzeit informiert bedient werden will!
Wir haben also einen neuen, noch zu wenig beachteten Wettbewerbsfaktor. Die US Management-Gurus würden ihn mit “Easy to do business with” benennen.
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