Was Ihre Bewerber künftig alles über Ihre Firma wissen

von Axel Gloger

Die gläserne Firma ist bald der Standard: Bewerber wissen mehr, als viele Geschäftsführer ahnen.

Wer sich als Bewerber für den Berufsweg bei einem wenig bekannten Mittelständler interessiert, braucht sich nicht nur auf die Homepage der Firma zu verlassen – oder die Bewerber-Broschüre.

„Fragen Sie in Ihrem sozialen Netzwerk nach“, fordert Heike Bruch zur aktiven Informationssuche auf. Über Freundesfreunde im Netz lässt sich immer jemand finden, der etwas weiß über Unternehmen wie Dorma, Trigema oder Brainnet.

„Plattformen wie Facebook, Studi-VZ oder Xing sind hervorragende Quellen, um mehr über Arbeitsalltag und Jobchancen zu erfahren“, sagt Personalexpertin Bruch, die an der Universität St. Gallen Professorin für Betriebswirtschaft ist. Eine Anfrage etwa im Facebook-Freundesnetz könne innerhalb von wenigen Tagen 50 bis 100 Antworten bringen.

Eine Suchmethode wie diese schafft in Zukunft Klarheit über einen wenig transparenten Arbeitsmarkt denn viele Mittelständler lassen sich weder an der Hochschule blicken, noch sind sie auf den üblichen Rekrutierungsmessen wie dem Absolventenkongress anzutreffen.

Die Informationslücke über Arbeitgeber aus dem Mittelstand füllt auch ein Portal im Internet, das unter www.Kununu.com erreichbar ist.

„Hier können Interessierte nachlesen, wie Mitarbeiter ihre Firma bewerten“, sagte der Management-Trainer Josef Buschbacher auf einer Konferenz für Personalmanager in Wiesbaden. 42.000 Bewertungen wurden hier bereits abgegeben, auch über viele kleinere und mittlere Arbeitgeber lässt sich hier einiges in Erfahrung bringen.

Wer an einer Auswahl besonders geeigneter Arbeitgeber interessiert ist, kann den Wettbewerb Top Job als Informationsquelle nutzen. Hunderte von Unternehmen stellen sich hier der Bewertung durch eine neutrale Jury, 71 davon wurden Ende Januar mit dem Gütesiegel „Top-Job“ ausgezeichnet.

„Wir bewerten Führungsqualität, Perspektiven für Mitarbeiter, Familienorientierung und Chancen für internes Unternehmertum“, zählt Joachim Schuble, Veranstalter des Wettbewerbs und Geschäftsführer des Benchmarking-Dienstleisters Compamedia, einige der Bewertungskritierien auf.

Besonders wichtig aus Bewerbersicht: Auch das Urteil der Mitarbeiter über ihre Firma geht in die Noten ein, die am Ende über die Vergabe des Gütesiegels entscheiden.

Schlussfolgerungen aus TRENDLETTER-Sicht:

Kümmern Sie sich um das neue Bewerbermarketing. Das Internet 2.0 sollte zu den Standards Ihrer HR-Arbeit gehören. Ohne die Netzwerkmedien ist künftig keine glaubwürdige Rekrutierung mehr möglich.

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