Vorsicht, Demografie-Falle | Der Baby-Boom in Deutschland ist nicht echt | Warum auch Prenzlauer Berg und Dresden Neustadt rapide altern werden, wenn alle Kinder geboren sind

von Axel Gloger

Sie sollten alles mit der Überschrift “Baby-Boom in Deutschland” sehr skeptisch sehen.

Beispiele:

Der Baby-Boom am Prenzlauer Berg in Berlin ist ein rein statistisch-demografischer Sondereffekt. In dieses Viertel sind vor 10-15 Jahren sehr viele Menschen im Alter Mitte/Ende 20 gezogen. Die haben anschließend eine Familie gegründet und Kinder in die Welt gesetzt. Beispiel: Sandra Maischberger. Deshalb sieht man derzeit so viele Kinder in diesem Viertel – und deshalb wurde der Baby-Boom tatsöchlich gemessen.

Aber das ist aber eine einmalige Sache. Die Maischbergers werden dort wohnen bleiben, aber keine weiteren Kinder mehr bekommen. Das Viertel wird in Zukunft einem kollektiven Alterungsprozess unterworfen sein und ebensowenig Geburten ausweisen wie der Rest Deutschlands.

Überdies Dresden-Neustadt. Siehe großer Artikel in der FAS vom 20. März. Auch dort wird ein Baby-Boom diagnostiziert. Angeblich ist Dresden-Neustadt der Ort mit der höchsten Geburtenrate im Europa. Das mag für den Augenblick sogar richtig sein, ist aber nicht stabil, weil der Baby-Boom abklingt, sobald die Bewohner ihre 1-2 Kinder bekommen haben.

Das einzige Beispiel, wo es wirklich einen nachhaltigen Baby-Boom gibt, ist der Landkreis Cloppenburg. Ich berichtete vor einiger Zeit im Trendletter darüber. Dort gibt es um die 2 Kinder pro Mutter, damit ist die Geburtenrate signifikant höher als die in D üblichen 1,3 Kinder. In Cloppenburg ist es nachhaltig wegen der Rahmenbedingungen (katholisch dominiert, kleinteilige Strukturen, niedrige Arbeitslosenrate, preisgünstige Häuser, gute Schulen und KiGas, gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, ländliche Prägung, hohe subjektive Sicherheit).

Wenn Sie als Unternehmer über die Demografie-Trends auf dem Laufenden bleiben wollen, wenn Sie die zutreffenden Deutungen auch dann rechtzeitig erfahren wollen, wenn sie der herrschenden Meinung widersprechen: Lesen Sie die gedruckte Ausgabe des Trendletter. Probebezug des Trendletter gib es hier (Klick!)

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