Archiv für die Kategorie ‘Strategie & Management’

Management-Denker Ed Schein | Kultur als Triebkraft für den Unternehmenserfolg von morgen | Die künftige Rolle der Führungskraft

Donnerstag, 02. Dezember 2010

von Axel Gloger

Der große Management-Denker Ed Schein weilte kürzlich wieder einmal in Deutschland. Einer seiner seltenen Besuche bei uns! Ich hatte Gelegenheit, den Vordenker und Emeritus des MIT zu einem ausführlichen Gespräch zu treffen, das dankenswerter Weise die Bertelsmann-Stiftung organisiert hatte.

Der 82-Jährige (geboren in Zürich, Großmutter lebte in Bad Schandau!) ist ein intellektuelles Kraftwerk. Schein hat den Unternehmern von heute eine Menge wichtiger Einsichten mit auf den Weg zu geben.

So erklärte er mir die Rolle, die die Führungskraft in turbulenten Zeiten haben sollte: weniger knallharte Führerschaft, mehr Dirigent sein, so lautete die Botschaft. Lesen Sie einige Kerngedanken aus dem Gespräch:

Wenn die gute Führungskraft eher Coach und Hilfegeber ist als Rudelführer, wie sollte sie dann ausgestattet sein?

Ed Schein: Der gute General Manager kann dreierlei. Er ist ein guter Analytiker, der die Prozesse beherrscht. Er hat gute zwischenmenschliche Fähigkeiten, kann Mitarbeiter koordinieren – und er hat emotionale Kompetenz, kann mit Stress und Widerspruch umgehen …

… das klingt ganz nach dem Idealbild, das wir in jeder Stellenanzeige lesen, das aber in der Praxis sehr selten ist!

Ed Schein: Was den Nachwuchs angeht, haben sie recht. An den Business Schools wird nur der erste Teil gelehrt, wer einen MBA oder ein BWL-Studium absolviert hat, ist Analytiker und Prozessmensch. Die anderen Fähigkeiten lernt der Manager erst in der Praxis, das kann die Business School gar nicht leisten. Hier müssen die Führungskräfte durch Zeit und Erfahrung reifen.

Das ist ein interessanter Punkt. Was kann das Unternehmen durch Personalentwicklung dazu beitragen?

Ed Schein: In der Tat sollte die PE hier jene Mitarbeiter herausfiltern, die nicht nur gute Analytiker sind, sondern auch über interpersonale und emotionale Fähigkeiten verfügen. Diese sind die Kandidaten für die Führungspositonen. Die anderen, denen dieses Profil fehlt, sollten nicht dort hineingezwungen werden. PE sollte Talente nicht verbiegen. Wenn ein Ingenieur weiter als Ingenieur arbeiten will, sollte ihn die Firma nicht in eine Managementaufgabe lenken …

… und wo sehen Sie hier die Rolle der Weiterbildung?

Ed Schein: Corporate Education fängt dort an, wo Universitäten und Business Schools aufhören. Die Hochschule bringt ihren Studenten denken und analysieren bei. Mehr sollten wir hier nicht erwarten. Die Weiterbildung entwickelt dann jene Fähigkeiten, die in der Praxis benötigt werden – also etwa das Führen von Mitarbeitern, Kommunikation und das zielorientierte Arbeiten in Teams.

Nun vollzieht sich das Wirken der Führungskräfte ja nicht im luftleeren Raum. Welchen Beitrag leistet die Unternehmenskultur zum Führungserfolg?

Ed Schein: Sie liefert die Einbettung. Wo immer Menschen in halbwegs stabilen Beziehungen zusammenarbeiten, etabliert sich auch eine Kultur. Sie ist das Persönlichkeitsbild einer Organisation, das durch die Interaktion entsteht. So entstehen Kulturen, die das Geschäft behindern, und andere, die es begünstigen.

Trendforum 2010 | Die wichtigsten Ergebnisse aus Unternehmer-Sicht | Auf unbekannten Wegen warten die größten Chancen (2/2)

Montag, 29. November 2010

von Axel Gloger

Eine der wichtigsten Zukunftskonfernzen auf dem deutschen Markt ist das Trendforum. Es fand dieses Jahr als “Trendforum 2010” statt. Ich habe die Veranstaltung eröffnet und moderiert. Hier die wichtigsten Ergebnisse aus Unterhemer-Sicht (Teil 2/2):

8. Wenn das Navigationssystem Ihrer Strategie sagt: “Die Route wird neu berechnet. Bitte folgen Sie dem neuen Weg!”. dann tun Sie es. Hören Sie nicht auf Ihren Beifahrer, sondern seien Sie bereit, neue, nicht bekannte Wege zu gehen. Trotz der damit verbundenen Widrigkeiten warten hier große Chancen für Pionier-Unternehmen.

9. Marketing wird transparent. Die Belohnungen und Nutzenversprechen wirken – und das Marketing weiß in Zukunft, wie und warum sie wirken. Neuromarketing und die Nutzung von Hirn-Scans machen das möglich.

10. Die alte Denkweise lautet: von der Technik zum Markt. Die neue Denkweise lautet: vom Markt zur Technik. Denken Sie zuerst an Ihren Kunden, dann an das, was Sie technologisch vermarkten wollen.

11. Der Anteil der Umsätze aus nicht-konventionellen Geschäften wird weiter wachsen. Grund: In vielen Branchen gibt es ein stagnierendes und renditeschwachses Kern- oder Hauptgeschäft. Hier entsteht zwar nach wie vor der Kundenzulauf. Aber die eigentlich interessanten Geschäfte werden gemacht, indem den Kunden Zusatzleistungen angeboten werden.

12. Die Zahl der Überraschungen ist größer als die Zahl der Trends. Deshalb sollten Unternehmen nicht alle ihre strategischen Ressourcen in Forecasting und Trendanalyse stecken. Ebenso wichtig ist es, Mitarbeiter und Organisation fit zu machen für den Umgang mit überraschenden Ereignissen – positiven wie negativen.

13. Wichtige neue Disziplin in der Unternehmensstrategie: der Umgang nicht nur mit bekannten Ereignissen, sondern auch mit dem unknown unknown.

14. Das Internet ist ein Spiegel des kollekiven Gehirns (collective Mind). Unternehmer, die es verstehen, die Strömungen und Themen des collecitve Mind zu ergründen, erhalten Zugang zu neuen Prognose-Fähigkeiten. So lassen sich Stimmungen, Einstellungen, die Auf- und Abstieg von Themen oder neuen Produkten zuverlässig durch eine Analyse des collective mind voraus sagen. Werten Sie dafür Internet-Foren, die Inhalte von Blogs zu spezifischen Themen, das Verhalten relevanter Personen in sozialen Netzen und das allgemeine Verhalten von Internet-Nutzern aus.

15. Erfolg von Personen und Unternehmen wird in Zukunft davon bestimmt, wie sie Ihr Netzwerkverhalten ausrichten. Wichtige Punkte: die Nähe zu anderen, wichtigen Personen. Gegenseitiger Austausch. Kollaboration, Zusammenarbeit auch mit Konkurrenten. Schnelle Antworten in der digitalen Kommunikation.

Teil 1/2 lesen Sie hier (Klick).

Trendforum 2010 | Die wichtigsten Ergebnisse aus Unternehmer-Sicht | Smart Citys, netzbasierte Gesellschaft, Neuro-Marketing (1/2)

Donnerstag, 25. November 2010

von Axel Gloger

Eine der wichtigsten Zukunftskonfernzen auf dem deutschen Markt ist das Trendforum. Es fand dieses Jahr als “Trendforum 2010” statt. Ich habe die Veranstaltung eröffnet und moderiert. Hier die wichtigsten Ergebnisse aus Unternehmer-Sicht (Teil 1/2):

1. Junge Konsumenten denken anders. Sie interessieren sich für die vollen Kosten der Produkte und Dienstleistungen, die Unternehmen anbieten – unabhängig vom Preis. Wenn das Unternehmen keine Transparenz bietet, verschaffen sich die Konsumenten diese selbst.

2. Resilient Design wird ein Zukunftsthema. Kunden von morgen erwarten Nachhaltigkeit, umweltschonende Produktion, Langlebigkeit und durchdachte Gestaltung.

3. Die Stadt von morgen spielt sich nicht nur auf Facebook oder Xing ab. Virtuelle Kontakte können reale nicht ersetzen. Der urbane Raum wird seine Rolle als Lebensmittelpunkt, öffentliche Plattform und Begegnungsfeld behalten. Das stützt die Renaissance der Innenstädte – und die Stärke des Konzepts Stadtkern.

4. Die smarte Stadt verlangt nach neuen Lösungen. Wachsende Städte entwickeln sich zu metropolitanen Stadtlandschaften. Dieser Ballungsraum des 21. Jahrhunderts wird ein neuer Megamarkt für seine Gestalter. Verkehr, Logistik, Infrastruktur und Telekommunikation sowie Datennetze wollen an die neuen Verhältnisse angepasst werden. Hier ergeben sich neue Chancen für Unternehmen, die in diesen Geschäften tätig sind.

5. Die Industrie bleibt – und mit ihr die industrielle Arbeit. Von einem Aussterben der Industrie kann auch in der wissensbasierten Netzwerkgesellschaft nicht die Rede sein. Industrielle Arbeit mit ihren besonderen Erfordernissen hinsichtlich des Einsatzes von Körperkraft, der Notwendigkeit der Anwesenheit zu vorgegebenen Zeiten und der eingeschränkten Selbstständigkeit der Arbeitenden wird es auch weiter geben.

6. Niemand, der verreist, nimmt heute ein TV-Gerät mit auf die Reise. In jedem Hotelzimmer der Welt steht ein Fernseher. In Zukunft wird auch niemand mehr einen Computer, Laptop oder ein iPhone dabei haben. Denn der Zugang zum Netz wird bald so ubiquitär zur Verfügung stehen wie heute TV-Geräte in Hotels.

7. Privacy, Privatheit, wird zu einem neuen Markt. In Zeiten der Überall- Erreichbarkeit und -Lokalisierbarkeit ist das Gegenteil des ständigen Entdecktwerdens ein begehrtes Gut. Daraus entwickelt sich ein neuer, chancenreicher Markt: Entspannung, Ungestörtsein, Abgeschirmtsein, nicht erreichbar sein – das sind die Versprechen neuer Dienstleistungen.

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Was tun mit den Bachelor-Absolventen? | Hochschulabgänger des Bologna-Systems mit verändertem Kompetenzprofil | Agenda für das Personalressort von morgen

Montag, 15. November 2010

von Axel Gloger

Männer und Frauen, die heute mit dem Bachelor-Zeugnis die Hochschulen verlassen, sind vor allem eines: jung.

Damit erfüllt sich der Traum manches HR-Managers – wir müssen längst nicht mehr neidisch in die USA oder nach Großbritannien blicken, wo schon immer die Gerade-erst-Twens massenhaft ins Arbeitsleben strömen.

Das zeigt der Blick auf das Lebensjahre-Konto: „Ein Jahr weniger durch G8, die mittels Turbo-Abitur verkürzte Gymnasialzeit. Ein weiteres Jahr weniger bei Männern durch die faktische Abschaffung der Wehrpflicht. Zwei Jahre weniger durch die Express-Studiengänge nach der Bologna-Methode“, rechet Stephan Penning, Geschäftsführer von Penning Consulting, vor.

Im Schnitt kommen in den Unternehmen also um die drei Jahre jüngere Absolventen an als bislang. Das ist für Anfangszwanziger eine lange Zeitspanne. „Drei Jahre Lebenserfahrung weniger“, taxiert Penning die veränderten Ausstattungsmerkmale des Nachwuchses.

Dieses zeitliche Sparmodell weist einige Pluspunkte auf. Die Bachelor-Absolventen hätten es gelernt, schnell Wissen aufzunehmen, sagt der Düsseldorfer Personalberater. „Sie wurden im Ruck-Zuck-Verfahren praxisnah ausgebildet.“ Die Absolventen haben ein umfangreiches, teilweise etwas oberflächliches Orientierungswissen. Sie kennen sich auf der methodischen Ebene aus.

Das Express-Studium wird aber auch mit einigen Nachteilen erkauft, die im System liegen: Wer schnell lernt, kann es nicht gründlich tun. Zudem fehlt dem Bachelor-Studium der Geschmack von Freiheit und Abenteuer.

Das klingt zwar nach Folklore, hat aber für Folgen für das, was die Personalentwicklung in den Firmen zusätzlich leisten sollte. Denn wer heute einen Bachelor hat, musste sich nicht durch den Dschungel eines Studiums kämpfen, in dem nur wenig geregelt ist. Spielte es früher keine Rolle, ob das Studuim in acht oder zwölf Semestern durchmessen wurde, ist heute alles stundengenau vorbestimmt – die Organisation ähnelt dem Klassensystem in der Schule. Zeitliche und inhaltliche Sonderwege lässt das strenge Bachelor-Regime kaum noch zu.

Folge aus der Sicht der Personalentwicklung:

Sie bekommt Nachwuchskräfte, die auf den Konten selbstständiges Denken, entscheiden außerhalb vorgegebener Strukturen und interdisziplinärer Sichtweisen kaum Einzahlungen vorweisen können. „Dafür ist in einem dreijährigen Studium keine Zeit. Der akademische Weg wird zu einer primär fachgetriebenen Wissensvermittlung“, sagt Personalberater Penning.

Vorsprung durch Inhaber-Bonus | Familienunternehmen mit Plus im Wettbewerb

Donnerstag, 11. November 2010

von Axel Gloger

Selten trat der Unterschied so stark zutage: Viele Unternehmer brennen für Ihre Idee. Sie überzeugen. Sie binden sich an ein Geschäft mit ihrer ganzen Energie. In Familienunternehmen wird langfristig gedacht.

Wir stellen fest: Sogar bescheiden auftretende, zurückhaltende Unternehmer, die sich lieber im Hintergrund halten, sind eine starke Energiequelle für die gesamte Organisation, sie laden Mitarbeiter, Kunden und Partner auf. Es muss nicht jeder wie Wolfgang Grupp auftreten, der eine starke Präsenz in der Öffentlichkeit hat. Auch die Bescheidenen lassen diese Energie immer spüren. Hier wirkt der Inhaber-Bonus.

Ein Kontrast dagegen, wie er nicht größer sein könnte: Großkonzerne. Diese werden offenbar von einer neuen Klasse von Führungskräften geleitet, den Management-Söldnern. Sie haben keine Bindung, mäßige Überzeugungskraft und lassen nicht den unbedingten Willen spüren, dieses Geschäft auch noch in 10 oder 15 Jahren zur Blüte zu führen.

Konzernmanager sind eher Söldnertypen, die heute hier und morgen dort wirken, mit allen Konsequenzen für Identitätsbildung, strategische Erfolgskraft und Führungskultur.

Sie leben total im Hier und Jetzt – bis vielleicht schon morgen der nächste Headhunter anruft und sie in ihren nächsten Job lenkt, den sie dann auch wieder für drei, vier Jahre machen. Booz hat das in seiner CEO-Succession-Studie, die jährlich aktualisiert wird, hinreichend dokumentiert: Die Amtsdauer von Vorständen in Großkonzernen beläuft sich im Durchschnitt auf weniger als fünf Jahre.

Ein eindrucksvolles Beispiel für die Haltung, die dieser Typ Führungsverständnis produziert, liefert ein Vorstandsmitglied eines Dax-Konzerns, das ich dieser Tage zu einem Vortrag im kleinen Kreis traf:

Der Telekom-Mann lieferte die Antithese zum Familienunternehmer:

  • wenig überzeugendes Auftreten,
  • kein wirkliches Interesse für das, was sein Unternehmen bewegt,
  • keine Antworten, die über jene Allgemeinplätze hinaus gehen, die in jeder Wirtschaftszeitung vor einem halben Jahr zu lesen waren –
  • und weder eine profunde Kenntnis der Begebenheiten der digitalen Ökonomie, die ja das Kerngeschäft seines Unternehmens sind
  • noch den spürbaren Willen, seine Zuhörer von irgendetwas zu überzeugen.

Dieses Beispiel steht pars pro toto. Schlussfolgerung aus Unternehmersicht: Ihr Führungsmodell, Ihr Auftreten am Markt, Ihre Art der persönlichen Kommunikation, Ihre Art der Erzeugung von emotionaler Bindung kann die offensichtlichen Schwächen der managementgeführten Unternehmen ausnutzen. Setzen Sie hier an, bauen Sie den Inhaber-Bonus zu einem Wettbewerbsvorteil aus!

Es wird sich abermals zeigen: Die Familienunternehmen sind keineswegs eine archaische, vom Aussterben bedrohte Spezies – im Gegenteil. Die Dinosaurier sind quicklebendig! Der Unternehmenstypus wird sich gerade in turbulenten Zeiten als besonders überlebens- und erfolgsstark erweisen.

Warum Familienunternehmen einen Marktvorteil haben | Wettbewerbsvorsprung durch Eigentümer-Führung

Montag, 08. November 2010

von Axel Gloger

Familienunternehmen sind innovationsstark, solide geführt, sicher finanziert und erweisen sich als kontinuitätsorientierter Partner. Sie sind heute zur Stelle – und morgen auch, und übermorgen ebenfalls. Das ist durchaus ein Positivum aus Sicht der Kunden. Sie setzen auf bewährte Zusammenarbeit mit dem inhabergeführten Unternehmen.

Erfahrene Familienunternehmer kennen diese Kraftquelle. Der Inhaber-Bonus ist in der Lage, einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Die Leistung des Inhaber-Bonus:

  • Er ist eine Garantieerklärung – für Sicherheit, Kontinuität und solide Partnerschaft
  • Er kann das ausschlaggebende Plus sein im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, die sich in anonymer Eigentümerschaft befinden
  • Er ist oft ein Indiz für solide, zukunftsorientierte und auf Stabilität zielende Finanzierung

Dass diese Binde-Faktoren auch in der wissensbasierten Netzwerk-Ökonomie eine starke Rolle spielen, zeigen Fälle aus der Autozulieferindustrie. Die großen Kunden arbeiten hier offenbar bevorzugt mit Firmen in Familienhand zusammen. Sie erweisen sich als zuverlässig, langfristorientiert und innovationsstark – und sie setzen statt auf maximale Rendite lieber auf kontinuierlichen Unternehmenserfolg.

Bei Nicht-Familienunternehmen nutzen die Kunden aus der Autoindustrie ihren Einfluss schon mal, um einen ungeliebten Eigentümer (Finanzinvestor) loszuwerden.

Der Fall: Die Firma gehört einem Finanzinvestor. Der stellt sehr hohe Anforderungen an die Rendite, was zu Lasten der langfristigen Existenz und der Innovationskraft geht. Denn Geld, was an die Eigentümer augeschüttet werden   m u s s ,   kann nicht mehr in Innovationen oder langfristige Unternehmenssicherung investiert werden.Überdies laden die Finanzinvestoren den gekauften Firmen häufig hohe Schulden auf, was deren unternehmerische Spielräume zusätzlich einengt.

Die Folge: Die Firma in der Hand des Finanzinvestors kann für die Kunden von morgen unattraktiv werden.

Um diesen Effekt zu vermeiden, haben Kunden in mehreren Fällen den Finanzinvestor aus der Firma herausgedrückt – mit dem ausdrücklichen Interesse, die Firma wieder unter die Fittiche einer familiären Eigentümerschaft zu führen, zumindest aber in eine gesunde mittelständische Struktur.

Wo ist das geschechen? Der letzte Fall, wie die FTD berichtet, ist der Autozulieferer Saargummi. Er gehört dem Finanzinvestor Odewald & Cie., der sich in den Händen des früheren Kaufhof-CEO Jens Odewald befindet. Trotz voller Auftragsbücher war Saargummi in einer Cash-Klemme. Die Kunden hätten einem Finanzierungsplan zustimmen müssen, um Saargummi aus dieser Lage herauszubringen. Aber die Kunden machten nicht mit.

Das öffnet die Türe zu einer neuen Option: Verkauf des Unternehmens nicht an einen Finanzinvestor, sondern an einen strategischen Investor, der sich mehr für die langfristige Leistungsfähigkeit, die Innovationen und ein starkes Produkt-Portfolio einsetzt.

TRENDLETTER-Einschätzung: Die Dinosaurier sind quicklebendig. Familienunternehmen erweisen sich offenbar gerade in turbulenten Zeiten als überlebensstark und kundenorientiert – weil sie nicht darauf angewiesen sind, den Analysten kurzfristige Hurra-Meldungen zu liefern. Generationendenken ist ihnen wichtiger als Quartalsdenken.

Aus Inhaber-Sicht: Kapitalisieren Sie den Inhaber-Bonus. Nutzen Sie die familiäre Inhaberschaft als Quelle des Wettbewerbsvorteils. Spielen Sie die spezifischen Stärken, die nur der Typus des Familienunternehmens bietet, gezielt am Markt aus.

Warum Beratungsprojekte scheitern | Was Unternehmer gegen den Misserfolg tun können | Cardea-Studie untersucht Gründe für Projekt-Flops

Donnerstag, 28. Oktober 2010

von Axel Gloger

So richtig gut sieht das Ergebnis manches Berater-Einsatzes nicht aus:  Jedes dritte Projekt landet mit dem Vermerk „nicht erfolgreich“ in den Akten des Auftraggebers. „Zu wenig konkret, nicht umsetzbar, zu teuer“,  beschreiben die Kunden ihre Enttäuschungen über den Einsatz der Consultants.

Die eigentliche Brisanz liegt aber nicht in den vielen Beratereinsätzen, die ihre PS nicht auf die Straße gebracht haben. Erstaunlich ist der Blick auf die Gründe, warum die Consultants ohne Siegerlächeln das Haus verlassen mussten: Chaos und Wirrwarr beim Kunden sind die größten Bedrohungen für ein Projekt.

Das geht aus den Ergebnissen der Studie „Return on Consulting“ hervor, die der Zürcher Meta-Berater Cardea durchgeführt hat.

Danach sind schlechte Projekte meist hausgemacht. „Ziele des Beratereinsatzes ändern sich ständig“, „keine Unterstützung aus dem Top-Management“, „unklare Absichten, unklare Ziele“, mit diesen Begründungen erklären die Kunden am häufigsten, warum es nicht richtig lief.

Arme Berater – denn wer unter solchen Bedingungen arbeiten muss, hat es schwer mit dem Erfolg. Die Tabellen und Zahlen der Cardea-Studie mit über 100 befragten Unternehmen spiegeln wieder, was Berater jeden Tag erleben, worüber aber nur selten gesprochen wird.

„Oft wissen die Berater gar nicht, wo die Reise hingehen soll“, sagt Burkhard Jung. Der Chef der Berliner CMS AG ist Sanierer, in den von ihm betreuten Firmen sieht er manchmal ganze Friedhöfe abgebrochener Beraterprojekte. Der Grund: Viele Einsätze würden mit unklaren Erwartungen begonnen. „Der Kunde benennt ein Vertriebsproblem, tatsächlich aber gibt es einen Kampf zwischen zwei Gesellschaftern“, umreißt Jung ein Beispiel aus dem Horror-Kabinett gescheiterter Berater-Einsätze, die er bei seinen Sanierungen vorfand.

Damit zeigt sich: Consulting ist wie Fliegen – der Start ist eine der gefährlichsten Phasen. „Was hier nicht richtig gemacht wird, hat oft fatale Folgen für den späteren Verlauf“, sagt Wolfgang Eckert, der als Top-Manager eines Industrieunternhmens und ehemaliger Berater beide Seiten kennt.

Für die gedruckte Ausgabe des Trendletter haben wir eine Analyse vorbereitet. Hier lesen Sie in Form einer 8-Punkte-Liste, wie Sie Ihr Projekt vor dem Risiko des Scheiterns bewahren. Einzelheiten dazu finden Sie in der November-Ausgabe des Trendletter auf Seite 4.

Warum eine rein männliche Führungsetage die Potenziale Ihres Geschäfts nicht ausschöpft | Die Männerwelt von gestern ist immer noch sehr lebendig | Aufbruch in ein Zeitalter der female Leadership

Montag, 25. Oktober 2010

von Axel Gloger

“Männer machen ihr Ding ohnehin alleine. Frauen sind keine ernstzunehmenden Spieler im Geschäftsleben. Wir schaffen es auch ohne die Frauen. Warum sollen wir uns dem weiblichen Geschlecht zuwenden, wenn wir unsere Geschäfte seit 200 Jahren auch ohne Frauen vorangetrieben haben”, so lautet das alte Vorurteil

Wir könnten meinen, diese Annahmen seien langsam zum Aussterben verurteilt. Die Botschaft vom wertvollen Beitrag der Fragen sollte doch überall angekommen sein.

Das ist jedoch nicht der Fall. Noch immer leben viele Männer-Seilschaften vollkommen im geistigen Gestern, als hätte sich in den letzten 20 Jahren nichts verändert. Beispiel dafür ist ein neues Buch, was mir dieser Tage auf den Tisch kommt. Titel: “Die Zukunft der deutschen Wirtschaft. Visionen für 2030.”

Kurz noch mal weg von dem Buch. Woran denken wir beim Schlagwort “Zukunft”? Nun, ganz gleich, um welches Zukunftsthema es sich handelt, aus Sicht von Unternehmen werden Frauen ihren gehörigen Anteil daran haben, denn

  • es gibt mehr Frauen als Männer in der Gesamtbevölkerung,
  • es machen mehr Frauen als Männer Abitur, und an den Hochschulen sind mehr Frauen als Männer eingeschrieben,
  • Frauen sind die wichtigste Kundengruppe der Zukunft
  • und, vor allem, Unternehmen mit einer divers (also weiblich und männlich) besetzten Führungsspitze sind nachweislich erfolgreicher als Unternehmen mit homogen-männlich besetzten Führungsspitzen. Das hat McKinsey in einer groß angelegten Studie, Titel: “Female Leadership”, nachgewiesen.

Schlagen wir mit diesem Wissen “Die Zukunft der deutschen Wirtschaft. Visionen 2030″ auf. Was sehen wir im Inhaltsverzeichnis? Männer, Männer, Männer. Von 41 Autoren des Herausgeber-Bandes sind 39 männlich. Und, lieber Leser, liebe Leserin, dieses Buch ist nicht aus dem Antiquariat, Erscheinungsjahr 1970. Nein, es ist neu, 2010-er Ware!

Der Titel des Buches könnte also auch lauten: “Die Zukunft ist …. männlich.”

Die Herausgeber des Buches sind Antonio Schnieder, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) und Europa-Chef des Beratungsunternehmens Capgemini, sowie Tom Sommerlatte, viele Jahre Europachef des Beratungsunternehmens Arthur D. Little und heute Geschäftsführer der Osiris MIC GmbH.

Sie haben in ihrem Buch eine Menge Geistkapital zusammengetragen. Das Werk ist ein Panoptikum der Qualitäten des Standortes Deutschland – und bietet Anlass zum Zukunfts-Optimismus, weil Deutschland für die industrielle Welt von morgen gut aufgestellt ist.

Aber ein schaler Beigeschmack bleibt: Ist die Welt der deutschen Industrie im Jahr 2030 wirklich so männlich, wie Schnieder und Sommerlatte sie uns vorführen? Nein. Wir hätten im Zeitalter der female Leadership erwarten dürfen, dass Sommerlatte und Schnieder all die profilierten, innovativen und prägenden Frauen nach vorne stellen, die es in unserem Land schon gibt.

Aber ihre Ausarbeitung erinnert mich an eine Analyse, die der Economist unlängst veröffentlichte. Das Thema war vielsagend “The German Miracle“, es wurde ausführlich über die Stärken unseres Standortes gesprochen. Gleichzeitig übte der Economist aber auch an einem Punkt Kritik: Es gebe in Deutschland eine, so wörtlich, skandalöse Unternutzung (“underuse”) von Frauen in der Wirtschaft. Und wie es scheint, wollen die beiden Berater, die dieses Buch verantworten, daran auch nichts ändern.

Die Schlussfolgerung darf nur lauten: Thema verfehlt.

Dieser Vorgang erinnert an das World Business Forum vor ein paar Jahren. Ein großer Anlass in Frankfurt, Alte Oper. Dort kamen an die 2.500 Manager, Unternehmer und Top-Führungskräfte zusammen. Referenten die A-Garde der internationalen Strategiedenker. Jack Welch, Michael Porter, Tom Peters und andere traten auf – alles Männer. Tom Peters machte eine wichtige Bemerkung: “Wenn hier künftig keine Frauen als Referenten auftreten, werde ich an solchen Anlässen nicht mehr teilnehmen”, sagte er sinngemäß an den Veranstalter gerichtet. Schon damals war klar, dass die rein männlich besetzten Veranstaltungen nicht mehr die Wirtschaft der Zukunft abbilden.

Was ist aus Trendletter-Sicht zu tun, was sollten Unternehmer  auf ihre Agenda setzen?

Die Antwort gibt ein Blick in die McKinsey-Studie: Frauen sollte eine ersthafte Chance auf jeder Shortlist eingeräumt werden. Die Ausrede, es hätten sich keine Frauen beworben oder es wurden keine gefunden, zählt nicht. Überdies sollte das Thema female Leadership intern von einem fest verankterten Verantwortlichen betreut werden – am besten von einem senioren Mann!

Warum Unternehmer eine massive Steigerung der Einwanderung befürworten sollten | Qualifizierte nach Deutschland holen | Wege aus der Demographie-Falle

Donnerstag, 21. Oktober 2010

von Axel Gloger

Lassen Sie sich als Unternehmer nichts vormachen. Das Thema Arbeitskräftemangel wurde nicht erst vorgestern in einem Ministerium erfunden. Es hat auch nicht erst Bedeutung erlangt, seit unsere Politker seit einigen Tagen darüber sprechen. Die Phalanx aus Annette Schavan, Ursula von der Leyen und Rainer Brüderle will jetzt Punkte sammeln: Der Aufschwung brauche Einwanderer, damit die Unternehmen das Plus an Aufträgen auch abarbeiten können, so lautet die Argumentation.

Sie wissen es wahrscheinlich längst aus der Praxis. Der Mangel an Arbeitskräften ist schon lange spürbar, davon künden unbesetzte Lehrstellen ebenso wie lange Suchzeiten für Hochqualifizierte. Zudem war er von jedem, der auch nur das demographische Einmaleins durchrechnen kann, schon lange vorhersehbar.

Status in der Einwanderungsdebatte aus Trendletter-Sicht:

  • Wir brauchen nach Schätzungen des Trendletter mindestens 200.000 hochqualifizierte Einwanderer im Jahr, um auch nur den demographisch bedingten Abgang von Arbeitskräften aus dem arbeitsfähigen Alter auszugleichen.
  • Deutschland hat auf dem internationalen Arbeitskräftemarkt ein ähnliches Image wie Darmstadt. Die USA und England dagegen haben ein Ansehen wie Berlin. Keiner will nach Darmstadt ziehen, aber Berlin gilt als spritzig, attraktiv und cool bei jüngeren Wissensarbeitern.
  • Niemand von den international mobilen, hochqualifizierten Wissensarbeitern wartet darauf, nach Deutschland hereingewunken zu werden. Die begabten Inder etwa vom Indian Institute of Technology gehen, wenn sie ins Ausland abwandern, in die USA. Deutschland kann sich allenfalls einzelner Anwerbungen erfreuen – das sind aber dreistellige Zahlen pro Jahr, nicht mehr.
  • Die deutsche Sprache ist ein Einwanderungs-Hemmnis.
  • Das Argument aus dem Wirtschaftsministerium, wir bräuchten eine “kontrollierte Einwanderung” führt ebenso in die Irre wie die Auffassung der Bundeskanzlerin, erst einmal sollten die Arbeitslosen qualifiziert werden. Darum geht es hier nicht. Selbst wenn wir unsere Grenzen bedingungslos für qualifizierte Einwanderer öffneten, würden wir nicht genug Interesse bekommen. Das zeigen die kläglichen Ergebnisse der Greencard im Jahr 2000, die nur eine Handvoll Inder anzog, die aber unser Land bald wieder verließen.

Ratschlag des Trendletter aus Unternehmer-Sicht: Bleiben Sie am Ball. Lassen Sie sich das Thema Arbeitskräftemangel nicht durch die Politik heißreden. Es war auf der Agenda, ist auf der Agenda und wird auf der Agenda jedes voraus denkenden Unternehmers bleiben. Sie werden sich auch dann noch danach ausrichten, wenn die Politik sich die große Politik längst vom Arbeitskräftemangel und Stuttgart 21 abgewandt hat und inhaltlich woanders shoppen geht, weil das eine höhere Quote bei ARD und SAT1 bringt.

Überdies sollten Sie Ihrer Argumentationslinie noch mehr Öffentlichkeit verschaffen:

  1. Demographie-Management ist keine Einmal-Aufgabe, wenn es gerade passt. Sie sollte zum Staatsziel erhoben werden, wie es bei der 4. Villa Mumm-Konferenz von Fidelity Investment kürzlich diskutiert wurde.
  2. Überdies wird eine einzelne Maßnahme wie Einwanderung nicht ausreichen, um die Wirkungen des demografischen Umbruchs aufzufangen. Wer das verlangt, wirft eine Nebelkerze, die von anderen, unbequem scheinenden Maßnahmen ablenken soll: Wir brauchen ebenso eine Verlängerung des Arbeitslebens über die Pensionsgrenze von 67 Jahren hinaus, eine Beendigung der skandalösen Unternutzung des Potenzials qualifizierter Frauen sowie intelligente Maßnahmen, die unsere Arbeitnehmerschaft über ein verlängertes Arbeitsleben körperlich und mental fit halten.
  3. Ein wesentlicher Arbeitsmarkt sind die Menschen, die ihre dritte Karriere anstreben. Arbeitnehmer im Alter 60plus streben nicht mehr nach dem üblichen Berufsweg mit mehr Sternen auf der Schulter, mehr Untergebenen, mehr Einkommen und mehr Stress. Sie suchen nach einem Tätigkeitsformat, dass ihren Lebensbedürfnissen angepasst ist. Hier hat die Power Age Foundation von Tom Koper eine bemerkenswerte Initiative in Vorbereitung, die im Mai 2011 starten wird – einen Marktplatz, der Kreativität, Intelligenz und Erfahrung jener Menschen für die Gesellschaft erschließt, die ihre zweite Karriere beendet haben (Claim: “Ihre Erfahrung hätten wir gern”).

Weitere Details zum praktischen Vorgehen enthält das Buch des Trendletter-Chefredakteurs Axel Gloger, Titel: “Auf der Jagd nach Spitzenkräften. Die besten Mitarbeiter gewinnen, begeistern und halten” (223 Seiten, Ueberreuter 2002, 24,80 Euro), Link zur Bestellmöglichkeit hier (Klick!).

Umbruch in der Beratungswirtschaft setzt sich fort | Die Krise beschleunigt den Umbau des Consulting-Marktes | Magatrends Unternehmensberatung

Montag, 18. Oktober 2010

von Axel Gloger

So viel steht jetzt schon fest: Die Welt für McKinsey, Boston Consuling Group (BCG), Roland Berger und den gesamten Beratungsmarkt wird nie mehr so sein wie früher. Die Berater werden sich auf den dauerhaften Umbruch einstellen müssen. Sie stehen vor einer neuen Welt, die viele Vorteile für die Beratungskunden mit sich bringt und die Berater zwingt, ihr Geschäftsmodell zu überdenken und anzupassen.

Worum geht es?

  • Preise werden dauerhaft auf niedrigerem Niveau bleiben. In vielen Disziplinen sind Beraterleistungen bereits commoditisiert. Sie werden von den Kunden als relativ homogene Ware eingekauft. Es gibt ein hohes Maß an Vergleichbarkeit. Der Grad des intellektuellen Mehrwerts des Wertbeitrages, den die Berater liefern, ist begrenzt. Deshalb wird vor allem über den Preis eingekauft. Die Berater stehen unmittelbar miteinander im Wettbewerb. Marktanteilskämpfe sind heute üblich – einige Berater versuchen sich durch Kampfpreise den Zugang zu neuen Kunden zu verschaffen, was auf das allgemeine Preisniveau dämpfend wirkt.
  • Kunden kaufen Beratungsleistungen intelligenter ein. Die Schnittstelle wird nicht mehr nur vom Beziehungsmanagement der Berater geprägt, Kunden übernehmen zunehmend die Führerschaft. Sie führen Buch über die Erfolge vergangener Beratungsprojekte, halten die Ergebnisse jedes einzelnen Einsatzes nach, schaffen sich selbst durch kluge Dokumentation einen Überblick über Preise und Preisnachlässe – und setzen über Rahmenverträge, Bieterkonkurrenz und intelligente Verhandlungen ihre Einkaufsmacht ein, um bestmögliche Konditionen zu erhalten.
  • Neue Beratungsanbieter werden den Etablierten den Markt streitig machen. Auch die Nicht-Strategieberater wie Accenture, IBM oder EDS drängen in den Markt der klasssischen Management-Beratung ein. Sie kalkulieren mit niedrigeren Tagessätzen, können voll integriertes Systemwissen mitbringen (IT plus Prozesse plus Mitarbeiter plus Strategie) und haben durch ihre Größe mehr Gewicht am Markt als die klassischen Management-Berater.
  • Wachstum wird es nur noch in den Randbereichen des Marktes und mit Nicht-Konventionellen Angebotsmodellen geben.
  • Ein neuer Typ Mitarbeiter wird Zugang in die Beratungswirtschaft finden. Für commoditisierte Aufgaben beim Kunden brauchen die Berater nicht mehr den Absolventen der Harvard Business School. Die A-MBAs werden damit teilweise überflüssig, denn die Beratung von morgen ist intellektuelle Fließbandarbeit. Dafür können kostengünstiger zu unterhaltende Teams ganz normaler Hochschulabsolventen eingesetzt werden.

Diese Überlegungen führen auch zu einer veränderten Sichtweise erfolgreicher Beraterprojekte. Kunden werden ihre Anstrengungen dahingehend lenken, dass weniger Projekte als früher auf dem Friedhof der abgebrochenen, gestorbenen oder gescheiterten Consulting-Projekte landen.

Zu diesem Thema gibt es eine überzeugende Studie des Meta-Beraters Cardea, Titel: “Return on Consulting (RoC)”. Mit dem Blickwinkel der Praxis hat der Trendletter einen 6-Punkte-Plan zusammen gefasst, der Ihnen dabei hilft, Beratungsprojekte zum Erfolg zu führen. Wir haben einmal heraus gearbeitet

  1. was Beratungskunden tun sollten, die gleich am Anfang ein Signal des Gelingens setzen wollen,
  2. wie erfolgreiche Kunden den Berater so briefen, dass die angedachten Ziele erreicht werden,
  3. was Top-Manager, Geschäftsführer und Vorstände besser unterlassen wollen, wenn sie den Erfolg ihres Projektes nicht leichtfertig aufs Spiel setzen wollen und
  4. was Unternehmer gegen Berater unternehmen können, die gegen Ende des Projektes gleich einen teuren Anschlussauftrag erzwingen wollen.

Diesen 6-Punkte-Plan können Sie auf Seite 4 der November-Ausgabe in der gedruckten Ausgabe des Trendletter lesen. Bezugsmöglichkeit finden Sie hier:  (Klick!)