von Axel Gloger
Spannen Sie Ihre Mitarbeiter genug in Ihren Innovationsprozess mit ein? Sind Sie sicher, dass Sie jede gute Idee, die irgendwo in den Köpfen herum schwirrt, auch bekommen?
Im Unternehmen von morgen sollte keine Ideen-Quelle ungenutzt bleiben. Klar, wir beschäftigen Berater, Forscher, die FuE-Abteilung, die Produktentwicker. Aber reicht das?
Wichtige weitere Gruppen sollten ebenfalls mit einbezogen werden. Da sind die Lieferanten und die Kunden. Sie kennen Ihr Unternehmen viel besser, als Sie auch nur ahnen. Sie sollten sie aber auch fragen. Perfekt macht das zum Beispiel Starbucks mit seinem Ideen-Prortal Mystarbucksidea oder der PC-Hersteller Dell mit Ideastorm, eine automatierten Ideen-Generator.
Dann lese ich die sogenannte Personalimage-Broschüre des Maschinenbauers MAN. Hier wird berichtet: An Mitarbeiter wird im Jahr eine sechsstellige Summe Euro für Verbesserungsvorschläge ausgeschüttet.
Das soll nach viel klingen, nach einer innovativen Kultur.
Aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Immerhin hat MAN fast 50.000 Mitarbeiter. Und eine sechsstellige Summe – das sind zum Beispiel 600.000 Euro. Das ist nichts. Entweder, die Mitarbeiter haben keine vernünftigen Ideen, was aber angesichts der hohen Qualifikation im Unternehmen auszuschließen wäre. Oder das Unternehmen benutzt einfach einen ungeeigneten Prozess.
Warum gibt es bei MAN für gute Ideen so wenig Geld?
Ich würde gerne einmal das Budgt sehen, was MAN für externe Ideenlieferanten ausgibt. 600.000 Euro kostet ein kleineres Projekt bei einem Unternehmensberater. Ein Projekt, an dessen Ende vielleicht etwas oder aber oft auch gar nichts umgesetzt wird.
Und dann dieselbe Summe für alle Ideen von allen Mitarbeitern. Das wirkt dürftig.
Besser sind aus Unternehmer-Sicht diese Alternativen:
Entweder, Sie sagen gleich: Wir machen ein betriebliches Vorschlagswesen. Aber die Ideen sind mit dem Lohn abgegolten. Sie bedanken sich bei dem cleveren Mitarbeiter – das war‘s.
Ober aber: Sie bezahlen den Mitarbeitern das, was ihre Ideen wert sind. Also nicht wird nicht mit Erdnüssen, sondern mit richtigem Geld bezahlt. Dann sollten aber bei einem Unternehmen mit der Ideenkraft und der Mitarbeiterzahl von MAN noch eine oder zwei Nullen an den Ausschüttungsbetrag drangehängt werden.
Fest steht jedenfalls: In Zukunft kann es sich kein Unternehmen mehr leisten, die Ideen aus jedweder Quelle nicht aufzunehmen.
Insbesondere die vielen Quellen zweiter Ordnung, die sich eben nicht professionell mit Innovations- und Prozessverbesserung befassen, sollten aktiviert werden.

