von Axel Gloger
Der Weg zur Knechtschaft ist sehr gegenwärtig, das zeigt ein neuer Plan: Die Bundesregierung will eine Flugsteuer einführen. Danach soll jeder Flugschein mit 13 Euro Steuern belastet werden, die sich der Finanzminister in seinen Haushalt einverleibt.
Wie immer verfolgt die Regierung dieselbe Strategie: Eine Abgabe wird dort erhoben, wo sie scheinbar klein erscheint. 13 Euro für ein Flugticket klingt niedlich, aber was bedeutet das für einen Unternehmer in der Wissens-Industrie? Sein Kapital, die Mitarbeiter, muss mobil sein, um überhaupt Wertschöpfung erzielen zu können. Flüge sind ein wichtiges Produktionsmittel, die den Wissens-Standort Deutschland erfolgreich machen. Und jetzt schlägt der Fiskus zu und treibt die Unternehmer in die Knechtschaft:
- Der Produktionsvorteil der preisgünstigen Flüge, von denen gerade Wissens-Industrien profitieren, wird teilweise zunichte gemacht.
- Unter dem Deckmäntelchen grüner Argumente wird der produktive Teil der Bevölkerung noch heftiger vom Staat ausgebeutet.
- Zudem bereichert sich der Staat an den Anstrengungen der Unternehmer: Fluggesellschaften wie Ryanair (Michael O’Leary), Easyjet (Stelios) und Airberlin (Joachim Hunold) sind große Wagnisse eingegangen. Sie wurden für ihren Einsatz belohnt, weil sie das Niedrigkosten-Niedrigpreis-Modell erfolgreich etabliert haben. Nun wird eine Sondersteuer auf diesen unternehmerischen Erfolg erhoben.
Konsequenz aus Unternehmer-Sicht: Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen in globalisierten und wissensintensiven Geschäften, die auf reisende Mitarbeiter angewiesen sind, wirkt die Flugticketsteuer wie ein Kostentreiber! Die Kosten für Flugreisen werden damit um satte zehn Prozent steigen, so eine Schätzung des Trendletter.
Damit zeigt sich einmal mehr: Der Staat ist ein Wegelagerer. Insofern hat sich gegenüber dem Mittelalter nicht viel geändert. Nur wird der Raub nicht mehr mit physischer Gewalt, sondern mit Staatsgewalt ausgeübt. Zudem sollten sich die Unternehmer hüten vor einem Staat, der ohne Konzept wahllos in das Geschehen eingreift:
In Ihrer Wirkung müsste die Flugticketsteuer eigentlich Globalisierungssteuer heißen. Sie trifft die exportstärkste Nation der westlichen Welt an ihrer empfindlichsten Stelle: Sie erhöht die Kosten des internationalen Geschäfts.
Welche Schlussfolgerungen ergeben sich für Unternehmer? Die Steuer wie auch alle anderen Qualen, die Unternehmern auf dem Weg zur Knechtschaft zugemutet werden, treiben uns mal wieder ins Ausland. Der Staat (Landesregierung, Bundesregierung und EU) stellen sich als geldgieriges Monster auf, die den Unternehmer dazu verleiten, sein Glück, wo es geht, in freiheitlicher orientierten Ländern zu suchen. Das Signal ist eindeutig: Unternehmer, wandert doch ab!
Trendletter-Prognose: Das ist nicht die letzte Überraschung, die wir erleben werden. Die Idee von einem einfachen Steuersystem und einem subsidiär agierenden Staat ist in heutigen Zeiten nichts mehr wert. Richten Sie sich am besten auf das Schlimmste ein – auf einen weiter eingreifenden, abschöpfenden, regulierenden und reglementierenden öffentlichen Sektor. Wenn Sie so vorbereitet sind, kann Sie nichts mehr beeindrucken.
Interessant ist ein Aspekt, den Sie bei der Diskussion mit Ihrem Bundestags-Abgeordneten ins Feld führen sollten: Die Flugticket-Steuer ist Umverteilung von unten nach oben in Reinform. Denn sie verlangt dem Geringverdiener viel höhere Lasten ab als dem Vielverdiener. Den Geringverdiener aus Gelsenkirchen oder Berlin-Moabit, der seine Vierköpfige Familie nach Mallorca bringt, belastet die Steuer viel mehr als einen Unternehmer.
Konklusio: Der Weg zur Knechtschaft, den Friedrich von Hayek (Nobelpreisträger) in seinem weltberühmten Buch gleichen Titels vor mehr als 50 Jahren beschrieben hat, ist sehr gegenwärtig. Die Schlinge wird sich in den nächsten Jahren noch weiter zuziehen, ganz gleich, welche Partei gerade die Regierung stellen wird.

