Mit ‘Kobjoll’ getaggte Artikel

Warum manche angestaubte Wertebroschüre künftig besser in den Mülleimer gehört

Montag, 15. März 2010

von Axel Gloger

Sicher kennen Sie diese Praxis:

Wenn der Wertekatalog präsentiert wird, ist das immer ein Riesenanlass. Die Leute, die ihn in den vergangenen Monaten zusammengetragen haben, kommen mit glänzenden Augen rein. Die Geschäftsführer sind mächtig stolz.

Dann werden die Mitarbeiter einen Tag lang bespaßt. Teure Veranstaltung, mache Firmen gehen dafür sogar in Fußballstadien. Etwas Werte-Show, etwas Gemeinsamkeit, man freut sich. Dazu werden noch Mousepads mit dem neuen Firmenlogo verteilt.

Aber das war‘s dann, an die Umsetzung denkt kaum jemand. Ein Systemfehler.

Ein Führungsverständnis, das nicht gelebt wird, macht Führungs-Megapannen wie jene bei der Telekom Austria überhaupt erst möglich.

Die Alternative heißt Markenbildung.

So wie die Seife Fa mit „Frische“ verknüpft ist und Marlboro mit „Freiheit und Abenteuer“, soll auch das Verständnis von Führung mit festen Werten verknüpft sein, die wie bei einer Marke ständig wiederholt und immer wieder neu unter die Menschen gebracht werden, nach innen wie außen.

Der Maschinenbauer MAN etwa strebt diese Art von Markenbildung an.

„Für uns ist ein gemeinsames Verständnis von Führung sehr wichtig“, sagte mir Jörg Schwitalla, Personalvorstand des Münchner Konzerns, im Gespräch dieser Tage, „unsere Werte sollen gerade so spezifisch sein, dass sie der kulturellen und persönlichen Identität Raum geben, aber auch eine Klammer bilden, die klar als MAN erkennbar ist.“

Die Leitlinien althergebrachten Typs und die Leadership Marke unterscheiden sich in wesentlichen Punkten. „Die Marke ist lebendig“, sagt Christina Grubendorfer, Gründerin der Berliner Leadership Equity Association (LEA)

So wie Nivea immer blau ist und Coca-Cola immer rot, habe sie eine klare Identität, sie sich eindeutig einem Unternehmen zuordnen lasse. Sie präge das Verhalten der Mitarbeiter und sei eben nicht einfach aus einem x-beliebigen Management-Buch abgeschrieben.

Ein tolles Beispiel, das auch KMU-tauglich ist, liefert das Landhotel Schindlerhof, ein mehrfach preisgekrönter mittelständischer Hotelbetrieb. Alle Mitarbeiter seien hier geprägt von einer Passion für sympathischen, perfekten Service.

„Das ist ein klarer Anspruch. Der Inhaber Klaus Kobjoll sucht neue Mitarbeiter genau nach diesem Maßstab aus“, sagt die Berliner Beraterin. Nur wer Exzellenz im Service leben könne, habe überhaupt Aussicht auf eine Karriere in dem Nürnberger Betrieb.

Sie sind an der praktischen Umsetzung dieses Themas interessiert? Sie wollen Ihre erfolgreiche Produktmarke auf die Leadership-Dimension ausdehnen? Die erste Konferenz überhaupt zum Thema findet am 25./26. Mai in Berlin statt, Titel: “Brand inside”. Das Programm ist bereits online, klicken Sie hier! (Klick)