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Blick ins Jahr 2020: Familienunternehmen vorn

Donnerstag, 07. Mai 2009

von Axel Gloger

Es gibt begründete Annahmen dafür, dass der Blick ins Jahr 2020 so aussieht:

1. Auf der Liste der beliebtesten Arbeitgeber stehen Familienunternehmen ganz vorn. Alle acht Top-Plätze sind von Firmen in Familienhand besetzt, darunter: Heraeus, Würth, B. Braun, Otto und Thonet. Dax-Konzerne wie Siemens und BMW, die noch im Jahr 2008 ganz vorne standen, sind weit abgeschlagen.

2. Auf den Stundenplänen vieler Stundenten des ersten Semesters steht das Fach “Betriebswirtschaftslehre der Familienunternehmen”. Für BWL-Studenten ist es Pflicht. Die Vorlesung erstreckt sich über vier Semester.

3. An jeder Universität gibt es neue Lehrstühle für Unternehmernachfolge, Führung im Familienunternehmen, Vermögenssicherung für Unternehmer, Strategie für Familienunternehmer. Das ist Folge der Gründerwelle, die schon um die Jahrtausendwende angefangen hatte. Damals haben einzelne Universiäten begonnen, sich dem lange vernachlässigten Thema Familienunternehmen zu widmen, z.B. Witten/Herdecke, Trier und die Zeppelin University in Friedrichshafen.

4. Der Wöhe wurde im Jahr 2013 ersetzt durch den May. Dieses von Prof. Peter May verfasste Werk ist jetzt das Standardwerk für die Betriebswirtschaftslehre. Es sieht die Betriebsführung in erster Linie aus der Inhaber-Perspektive. Für den Standort Deutschland erweis sich diese Entwicklung als Durchbruch. Endlich wird der häufigste Unternehmenstyp nicht mehr von der BWL ignoriert.

5. Familienunternehmen haben ihr Dinosaurier-Image endgültig abgelegt. Kommerzielle Erfolgsorientierung und professionelle Führung auf der einen und menschliche Wärme und Werte-Orientierung auf der anderen Seite erwies sich als die richtige Mischung für den Weg aus der Krise, die den Standort Deutschland die Jahre 2008-2010 geprägt hatte.