von Axel Gloger
Wenn ein TV-Team bei Ihnen aufläuft. fragen Sie erst einmal genau nach: “In welcher Sendung wird der Beitrag erscheinen?” Wenn sich die TV-Leute als Mitarbeiter von “Report” oder “Monitor” outen, nur ein Rat: Gewähren Sie keinen Einlass. Machen Sie die Tür am besten gleich wieder zu.
Denn: Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Anstalten der ARD-Gruppe kultivieren nach wie vor ein unternehmerfeindliches Bild:
- Unternehmer sind Menschenfresser,
- sie verheizen Mitarbeiter,
- sie sind schuld an Hartz-4-Schicksalen,
- sie schaffen Armut,
- sie bereichern sich an der Leistung ihrer Mitmenschen,
- sie schaffen die neue, polarisierte Klassengesellschaft.
Das sind einige der gängigen Klischees, die ARD-weit häufig gepflegt werden. Wer ist im Krimi meist der Schurke? Richtig. Der Unternehmer.
Pars pro toto muss der Unternehmer als Ursache dafür herhalten, wenn in unserer Gesellschaft vermeintlich etwas schief läuft. Die Technik des TV bietet sich dafür an.
Beispiel: “Report” gestern abend. Erst Bilder eines Unternehmers. Villa, Swimmig-Pool, schöner Garten, Anwesen auf Mallorca, ein Leben im Wohlstand. Der Mann hat seine Firma im Alter von 52 Jahren verkauft und erntet jetzt die Früchte seiner Arbeit.
Dann Schnitt. Eine Hartz-4-Familie. Alleinerziehende Mutter, vier Kinder, das Geld reicht nicht, die Mädchen stehen dort an, wo abgelaufene Lebensmittel verschenkt werden.
Den Zusammenhang macht die Abfolge der Bilder. Der Unternehmer ist am Elend dieser Familie schuld. Unterstützt wird das durch eine tendenziöse Kommentierung der Bilder von der Unternehmer-Villa. Zu seinem Nachteil lässt sich der Unternehmer auf abschätzige Kommentare über Mitglieder unserer Gesellschaft ein, die weniger geleistet haben als er in seinem Leben: Damit liefert er sich selbst ans Messer – das gefundene Fressen für “Report”.
Kein Wort davon, wie viele Arbeitsplätze er geschaffen hat, wie vielen Menschen der Unternehmer erst durch sein Schaffen eine sichere Existenz ermöglicht hat. Auf wie viele Tage, Stunden und Jahre mit seiner Familie der Unternehmer verzichtet hat, weil er all seine Kraft in den Aufbau des Geschäfts gesteckt hat – auch davon kein Wort bei “Report”.
Deshalb unsere Warnung: TV steht für Berichterstattung im Dienste des Vorurteils, TV ist flach, oberflächlich, TV ersetzt Begründungen, Fakten und Argumente durch klischeehafte Bilder. TV macht Meinung, bleibt aber allzu oft Erklärungen schuldig.
Unser Rat: Lassen Sie sich nicht in den Dienst von Zwecken stecken, die Sie nicht kennnen. Vorsicht vor netten TV-Redakteuren und freundlichen ReporterInnen – das Auftreten des Teams hat nichts, rein gar nichts zu tun mit dem Zusammenhang, in dem Sie erscheinen werden. Oft genug gilt: freudlicher Dreh, für Sie unfreundliche Sendung!
Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Ich habe nichts dagegen, wenn die Medien ihre Aufklärungsfunktion wahrnehmen. Wenn es Verfehlungen gibt, von Unternehmern, Bürgern, Politikern, dann brauchern wir die Medien, um diese aufzudecken. Es ist ein Verdienst unserer pluralen Demokratie, dass das oft genug gelingt. Eine unabhängige Presse mit qualifizierten Journalisten schützt unsere Gesellschaftsordnung.
Unter diese Schutzerklärung fallen aber nicht jene Medien, in denen die Mitarbeiter die Begründungen schuldig bleiben, die als einziges Argument ein paar aussagekräftige Bilder liefern, aber die Fakten und Sachverhalte schuldig bleiben.
Fragen Sie deshalb genau nach. Lassen Sie sich das Vorhaben erläutern. Lassen Sie sich nicht von der möglichen Prominenz eines TV-Beitrages blenden. Das kann gewaltig nach hinten losgehen!

